Samstag, 31. Dezember 2016

1.X STRAWARDS 2016

SONG OF WINTER: Bad Lip Reading - Bushes of Love
SONG OF SPRING: Flume - Never be like you (feat. Kai)
SONG OF SUMMER: The Avalanches - Because I'm me
SONG OF FALL: Bon Iver - 33 'GOD'

BEST MUSIC VIDEO
 
FRANK OCEAN - NIKES (2016)
2nd: Radiohead - Burn the Witch (2016)
3rd: The Last Shadow Puppets - Aviation (2016)


BEST VIDEOGAME
 
UNCHARTED 4: A THIEF'S END (2016)
2nd: Fran Bow (2015)
 3rd: Pokémon: Sun & Moon (2016)


BEST ALBUM COVER
JAMES BLAKE - THE COLOUR IN ANYTHING (2016)
2nd: Radiohead - A Moon Shaped Pool (2016)
  3rd: Flume - Skin (2016)


EARWORM OF THE YEAR
 BAD LIP READING - BUSHES OF LOVE (2015/16)
      2nd: The Weeknd - I Feel It Coming (feat. Daft Punk)


BEST VIDEOGAME CHARACTER:
ROBERT (THE INNER WORLD, 2016)
2nd: Fran Bow (Fran Bow, 2015)
                                          


SONG OF THE YEAR:
BON IVER - 33 'GOD' (2016)
2nd: Frank Ocean - Nikes (2016)
      3rd: The Last Shadow Puppets - Aviation (2016)

ALBUM OF THE YEAR:
BON IVER - 22, A MILLION (2016)
2nd: Kanye West - The Life Of Pablo (2016)
  3rd: James Blake - The Colour Of Anything (2016)

Donnerstag, 31. Dezember 2015

1.IX STRAWARDS 2015

SONG OF WINTER: Sam Smith - I'm not the only one
SONG OF SPRING: Wanda - Bologna
SONG OF SUMMER: Jamie xx - Gosh
SONG OF FALL: Maribou State (feat. Holly Walker) - Midas

BEST MUSIC VIDEO

 STROMAE - TOUS LE MÊMES (2013)
2nd: Hurts - Lights (2015)
3rd: Sia - Chandelier (2014)

 
 BEST VIDEOGAME CHARACTER

 RAVIO - TLOZ: A LINK BETWEEN WORLDS (2013)
2nd: Marquis de Hoto - The Night of the Rabbit (2013)
3rd: Chumbucket - Mad Max - The Game (2015)


 BEST ALBUM COVER
 MARIBOU STATE - PORTRAITS (2015)
2nd: The Prodigy - The Day is my Enemy (2015)
3rd: Wanda - Bussi (2015)


  BEST VIDEOGAME
ROCKET LEAGUE (2015)
2nd: TLOZ - A Link between worlds (2013)
3rd: Splatoon (2015)
 BEST ALBUM
MARIBOU STATE - PORTRAITS (2015)
2nd: Flume - Flume (Deluxe Edition) [2013]
3rd: Caribou - Our Love (2014)
 EARWORM OF THE YEAR
SAM SMITH - WRITING'S ON THE WALL (2015)
2nd: Stromae - Papaoutai
3rd: Chromeo - Over your shoulder 
SONG OF THE YEAR
WANDA - BOLOGNA (2014)
2nd: Maribou State (feat. Holly Walker) - Midas (2015)
3rd: Jamie xx - Gosh (2015)
ARTIST OF THE YEAR
WANDA

Mittwoch, 31. Dezember 2014

1.VIII STRAWARDS 2014

 1. Ich vergebe dieses Jahr Preise an die Besten in fünf Kategorien: Video Game, Video Game Character, Earworm, Song, Album.
2. Qualifiziert sind alle von mir im letzten Jahr erlebten Werke. Es spielt, trotz Erwähnung, weder Produktions-, noch Erscheinungsjahr oder Genre eine Rolle.
3. Jede Band darf nur einmal pro Kategorie nominiert werden. Ein Umstand, der im Falle von Videospiel-Produktionsfirmen in der Kategorie Best Game nicht eintritt. Maximal werden sechs Nominierungen pro Kategorie ausgesprochen.
5. Es muss keine bereits erstellte Strawpinion zu Nominierungen bestehen.

SONG OF WINTERTHE STREETS - BLINDED BY THE LIGHTS
SONG OF SPRING: FRANK OCEAN - LOST
SONG OF SUMMER: TRENTEMØLLER (FEAT. LOW) - THE DREAM
SONG OF FALL: KELE - LIKE WE USED TO


EARWORM OF THE YEAR
 KELE - LIKE WE USED TO (2014)

BEST VIDEOGAME CHARACTER
               RANDY MARSH - SOUTH PARK: TSOT (2014)
2nd: Wolf Bigby (The Wolf Among Us)
3rd: Boss (Saint's Row IV) 

 BEST ALBUM
MARK RONSON - RECORD COLLECTION (2010)
 2nd: Little Dragon - Nabuma Rubberband (2014)
3rd: The Streets - A Grand Don't Come For Free (2004)

BEST VIDEOGAME

SUPER SMASH BROS. FOR WIIU (2014)
2nd: South Park: The Stick Of Truth (2014)
3rd: Hotline Miami (2012) 

SONG OF THE YEAR
LITTLE DRAGON - PARIS (2014)
2nd: The Streets - Blinded By The Lights

Samstag, 12. Juli 2014

2.66 THE LEGEND OF ZELDA: THE MINISH CAP (WiiU Download)

7.1/10.0

Da sich ein Videospielsommer meistens recht alternativlos gestaltet, zumindest was Blockbuster angeht die nicht im beliebten Steam Summer Sale rausgehauen werden, greift man gern auch mal im Nintendo eShop zu, dessen Verwaltung sich wohl zur Aufgabe gemacht hat mit Klassikern online noch richtig Geld zu machen. Der Kauf von Spielen aus der Zelda-Reihe gestaltet sich für mich meist unkompliziert, denn schon beim Ansehen der Screenshots greift die heißgeliebte Hyrule-Magie nach dem Gamerherz und bedient sich des Hundeaugen-Effekts. Mitschuld trägt aber natürlich die stets gute Erfahrung mit diesen Spielen.

Warum also unnötig Zeit mit zwangsläufigem Abwägen der Qualität eines Game Boy Advance-Zeldas verschwenden? Kreditkarte gezückt und in eine weitere Epoche von Nintendos unübersichtlichen Legendenuniversum eingetaucht.
Und ohne große Überraschung stelle ich fest, dass es wie seine 2D- (und für mich persönlich essentielleren 3D-)Vorgänger Mystik atmet und den grünbemützten Protagonisten vor einfallsreiche Quests stellt.

Links Reise ist diesmal jedoch keine über gefühlte Kilometer weit verbreitete. Vielmehr besteht der Kniff aus seiner durch die verzauberte Mütze ermöglichten Schrumpfung und der heimlichen Begehung von Mäuselöchern und versteckten Passagen der zivilisierten Bereiche dieser Welt. So verwundert es auch nicht, dass die üblichen kleineren Gefahren nun die Gestalt von überdimensionalen Bossen und Tempeln annehmen.
Mit Hilfe des Volkes der Minish ebnet sich Link und seine Kopfbedeckung Ezlo so den Weg zu den heiligen Steinen, um dem Dämonenkönig Vaati der Garaus zu machen und Hyrule vor dem Untergang bewahren.
An sich führt diese Mission gerade mal durch eine Hand voll Dungeons, was The Minish Cap zu einem der Kürzesten Zelda-Spiele macht.
Jedoch werden einem durch Collectibles und Nebenaufgaben zusätzliche Spielstunden in diesem mitreißenden Traumland aus Miyamotos Feder geschenkt. An Einfallsreichtum hat es diesen Abenteuer-Spielen wirklich noch nie gefehlt.

Die GBA-Grafik mag 10 Jahre nach dem Release verständlicherweise nicht mehr zeitgemäß sein, aber auch jüngere Spieler sollten den Titel aus der Kiste graben oder ihr Taschengeld im eShop ausgeben. Herz und Atmosphäre, witzige Dialoge und ein gelungener Midi-Soundtrack machen The Minish Cap für mich zu einer bemerkenswerten Erfahrung mit der Reihe.
Denn selbst die Miniaturausgabe der vielen Legenden weiß um seine Stärken Bescheid, auch wenn es unterm Strich eine viel zu kurze und unterdimensionierte Reise bleibt.

StrawHat
(mit Schriftgröße Minish)
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LINKS:

THE LEGEND OF ZELDA: THE MINISH CAP NINTENDO ESHOP TRAILER: http://youtu.be/cSIDghMWVMA

Freitag, 11. Juli 2014

2.65 MARIO KART 8 (WiiU)

8.6/10.0

Mit gefühlter Verspätung lässt Nintendo im Frühsommer 2014 eine ihrer größten Franchise-Granaten fallen. Fans hatten nach den ersten Bildern von der E3 im Vorjahr nämlich noch mit einem Release 2013 gerechnet.
Sollten grafische Feinschliffe der Grund für die bewusste Verzögerung des Spiels gewesen sein, so muss der Entwicker wohl zwangsläufig entschuldigt werden: Mario Kart 8 sieht fantastisch aus.
Doch hält der Funracer mit Tradition auch spielerisch, was die Reihe verspricht?

Was für eine Frage! Selbstverständlich fetzt sich das Rennspektakel aus Mushroom Kingdom mit neuen Waffen und genialen Features durchs heimische Wohnzimmer. Allen Neuerungen voran: Antigravitation. Neue Strecken wurden mit Kopfüber-Etappen versehen, die für eine abwechslungsreiche Wahrnehmung der Schlacht sorgen und die taktische Benutzung von Items um einen unsicheren Wahrscheinlichkeitsfaktor erweitert.
Die zahlreichen neuen Fahrer (u.a. Bowsers bunte Koopalink-Truppe, sowie Metal Mario und sein weiblicher Gegensatz Pink Golden Peach) ersetzen zwar die alten geliebten (Dry Bones ade ..), löst durch gestochene Designstärken beim Zielpublikum aber Jauchzer und Fandomwahnsinn aus.

Nach nun schon alter Tradition wird natürlich auch das Befahren der Strecken aus früheren Spielen ermöglicht. Auch hier versetzt die farbenfrohe WiiU-Grafikqualität Berge, denn neue Tücken und Neuinterpretationen von früher x-mal befahrenen Kursen sorgen für staunende Augen.
Mario Kart 8 fühlt sich also erfolgreich wie die natürliche Evolution der Reihe an. Es spielt sich schneller, obschon leichtfüßig wie seine Vorgänger, schenkt einem die Wahl zwischen Zahlreichen Autoteilen und somit stets originellen Fahrzeugen (Knopfräder, Kutschenwagen, Wolken-Flugschirm, ..) und lässt sogar 2 Spieler online auf die Konkurrenz aus aller Welt los.

.. der Modus, in dem die einfach gestrickte Unkompliziertheit von Mario Kart leider Federn lässt.
Denn mag die Connection im Großen und Ganzen selten reissen (es gibt trotzdem verhexte Tage), so sind Verbindungs-bedingte Merkwürdigkeiten mitten im Rennen an der Tagesordnung.
Zum Beispiel, dass du zwar als Dritter über die Zielline fährst, jedoch kurz danach Platz 5 angezeigt bekommst. Oder sich deine Items in Luft auflösen, weil sie dir 10 Sekunden davor weggeschossen wurden. Was dazu führt, dass du ständig einen auf den Deckel zu bekommen scheinst.

Online erklettert man sich eine massives Punkteranking, das bei 1000 startet und mit 9999 endet. Je nach Tageszeit bekommst du eventuell rigorose Japaner, gnadenlose Nord- und Südamerikaner, sowie variierte europäische Länder vor den Kühler gesetzt. Im Schlachtgetümmel ist die Landesflagge jedoch das geringste Problem.
Und im Verlauf deiner Online-Karriere sowieso. Denn je nach Punktedurchschnitt der Gruppe gewinnst oder verlierst du massiv. Über Stunden hinweg schwer erkämpfte 100 Zähler werden dir in schwachen Gruppen binnen Minuten entrissen. Es wirkt nicht ganz fertiggeplant und führt - in diesem eh schon dahin gefährlichen Spiel - zu fliegenden Gamepads und riesigem Frustrisiko.

Bleiben wir beim Geschimpfe: Der Battle-Modus wurde zerkaut und als Schatten seiner selbst wieder ausgespuckt. Anstatt eigens dafür kreierter Kurse, zerschießt sich die Party auf den dafür nun wirklich nicht optimalen Rennstrecken, fahren minutenlang im Kreis und treffen sich mit Glück irgendwo für einen erbärmlichen Shootout. Was haben sie sich denn da einfallen lassen?
Gottseidank steht einem ordentlichen DLC mit dieser Konsolengeneration nichts im Wege.

Alles in allem bekommt man wieder seine Freude für das hart erarbeitete Geld. Es ist eines der wunderschönsten und unterhaltsamsten Spiele für die WiiU und mitunter in jedem Fall ein Kaufgrund. Ich muss an dieser Stelle jedoch zwingend festhalten, dass sich nun wirklich nicht jeder online wagen sollte. Da herrscht vorrangig nämlich kunterbunter Krieg.

StrawHat
(mit drei roten Panzern)
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 LINKS: 

MARIO KART 8 NEW COURSES & ITEMS TRAILER: http://youtu.be/lYBz6HWBw3A

Sonntag, 6. Juli 2014

1.37.2 Skrillex - Recess

3.9/10.0

Um sich endlich auch unter die Messungen von musikalischen Tragweiten über 30 Minuten zu wagen, veröffentlichte Sonny Moore unter seinem international berüchtigten Pseudonym Skrillex in diesem Jahr seinen ersten Longplayer. Und mit diesem Wort bezeichnet Mr. Moore eine um zehn Minuten längere Zusammenstellung als auf seiner längsten EP bisher zu finden war.
Die gute Nachricht: Es sind somit nur fünfundvierzig Minuten notwendig, um sich durch das Gerangel an Tonanomalien durchzugraben.

Die schlechte Nachricht: Skrillex lebt einem Hype um ein etwas längereres Soundspektakel - für die große Breite seiner gesammelten Spielereien und Mitschnitte immerhin längst überfällig - größtenteils hinterher.
Oder ist es Skrills Formel, die graue Haare zu sprießen scheint und schon in der Mitte der zweiten Nummer (so ca. ab dem ersten Loop von Fatman Scoops "Bounce!") abgenutzt und bereits gehört wirkt?
Neue Tricks des Twens erwartet man nämlich umsonst. Recess gibt sich natürlich mal aufgedreht mit Piepstönen, mal abgekühlt mit gejammerten Reimen (dem wahren Skrillex-Erkennungsmerkmal), aber selten mit Höhepunkten außerhalb anfassbarer Penetranz. In den meisten Fällen steigert sich seine musikalische Arbeit nicht mal, sondern zieht lediglich nach der Break tote Kaninchen aus einem transparenten Zylinder.

Der Durchsichtigste von allen: der Remix der vor einem dreiviertel Jahr erschienenen Single Try It Out, dessen größte Überraschung wohl die gestutzten Krallen am zwei Minuten lang aufgebauten Höhepunkt sein muss. Ein komprimierter Gipfel des Albums ist die traurige Folge.
Die zweite Single, oben erwähntes Recess (feat. u.a. Kill The Noise und Fatman Scoop), zündet weder im Ohr noch in den Beinen. Und der laute Rest des umfunktionierten Dubs krepiert eingewickelt in einen Teppich, geflickt aus dem guten Feedback von Moores treuem Partyvolk - innerhalb und außerhalb Hollywoods - und bekannten Namen aus diversen Genres, die sich auf dieser Scheibe alle wie ein und derselbe Künstler anhören.

Neben dem begeisterungsfähigen Opener All Is Fair In Love And Brostep (Pluspunkt: Selbstironie ahoi!) und dem viel zu spät tief stapelnden Ende, insbesondere Fire away, überzeugt der Rest so wenig, dass man einen gut gemeinten zweiten Versuch mit dieser LP besser sein lässt und sich die wenigen Stärken des Albums herauspickt. Sie werden dir in Scheibchen wie zufällig am Strand des Trommelfells angeschwemmt. Und nein, Ragga Twins und Chance The Rapper gehören für mich sicherlich nicht dazu.
Wenn dieser Prozentsatz an Gehirnwindungs-zermalmenden Lückenfüllern so hoch ausfallen muss, hab ich als Kritik nur einen Satz für Skrillex übrig:

Bitte mach wieder EPs.

StrawHat
(tried it out)
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TRACKLIST & HIGHLIGHTS:

01 All Is Fair In Love And Brostep
02 Recess (with Kill The Noise feat. Fatman Scoop and Michael Angelakos)
03 Stranger (with KillGraham feat. Sam Dew)
04 Try It Out (with Alvin Risk) (Neon Mix)
05 Coast Is Clear (feat. Chance The Rapper and The Social Experiment)
06 Dirty Vibe (with Diplo feat. G-Dragon and CL)
07 Ragga Bomb (feat. Ragga Twins)
08 Doompy Poomp
09 Fuck That
10 Ease My Mind (feat. Niki & The Dove)
11 Fire Away (feat. Kid Harpoon)

Samstag, 14. Juni 2014

1.26.4 Mando Diao - ÆLITA

7.2/10.0

Nicht nur auf Strawpinion ist es nach ihrem Artist of the Year-Straward im Jahre 2012 um Mando Diao still geworden - ihr letztes erfolgreiches Studioalbum erschien immerhin sogar schon vor fünf Jahren! Dazwischen orientierte man sich mit einem Pop-Nebenprojekt im Musikkult Caligola und mit der Scheibe Infruset auf ihrer Muttersprache Schwedisch um. Irgendwo zwischen neuen und natürlichen Wegen wechselten sie darüber hinaus nicht nur ihre Drummer und Keyboarder, sowie abermals das Label, sie tauchten in für heutige Maßstäbe an Lächerlichkeit erinnernde Abgründe der 1980er ein. Man fand dort schließlich die Muse für eine neue Seite ihrer experimentierfreudigen Band.

Das siebte Studioalbum ÆLITA spricht für die Gruppe also eine neue musikalische Sprache. Was war man denn noch gleich von den Herren gewohnt? (Pop-)Rock, Garage, Folk, Alternative?
Mit-Sänger Gustav Norén erweitert das Bild nun abermals klar: Mando Diao zeichnet sich durch die immer neu angesteuerten Ufer aus. Wer nach einem bestimmten Eigensound sucht, kann lange suchen.
Bis dahin willkommen mutig.
Tief in den 2010er Jahren kann die Musikwelt jedoch behaupten, nicht auf die Rückkehr von 30 Jahre alten Synths gewartet zu haben. Schräge, verzerrte Brückenvocals und elektronische Grundkenntniseffekte ziehen diese tief vergrabene Leiche mit beeindruckender Präzision aus dem Grab. Sie wollten also nach dieser Epoche klingen und - oh ja - sie haben es geschafft.

Wie viel Humor in diesem Ansatz steckt, bleibt einem als Hörer der LP verborgen. Das aberwitzige Cover lässt jedenfalls auf eine gehörige Prise hoffen. Ohne den Finger direkt darauf legen zu können, würde ich behaupten, es sollte so raubkopiert und unprofessionell wie möglich aussehen um eine Message zu senden, die Gustaf Norén und Björn Dixgård auf der Reise in ihre Kindheit neu entdecken konnten.
Die zehn Songs beinhalten von liebestoller Tiefgründigkeit bis offensichtlicher Single-Auskopplung überraschenderweise eine ansehnliche Bank interessanter Stücke.
So erzählen starke Tracks wie If I don't have you und Rooftop von schwierigen Verhältnissen, graben tief und klingen gut. Gleichzeitig kann aber ein relativ oberflächlich gehaltenes Baby lediglich rein soundtechnisch überzeugen, ohne dabei einen Fehler zu machen. Ähnlich Black Saturday, das noch am eindeutigsten an ihren Hit nun schon Jahre alten Hit Dance with Somebody erinnert.
Bemerkenswerte Theatralik trifft nun drei Jahrzehnte nach der Hochphase des Synthpops eine annehmbare Wiedererweckung des Genres, das für eine Rockband leider viel zu selten richtiges Tempo zulässt, gerade mehr in seiner ungemütlichen Simplizität Spaß macht und damit aber - das wichtigste daran - kaum anstrengt.

Wenn dann verwundert einen wie authentisch Mando Diao 2014 nach etwas klingt, das mit den Vorgängeralben bis auf die alleingelassene Geschwindigkeit des Openers nun wirklich nichts zu tun hat. Man kann ihnen jedenfalls auf der Jagd nach Verschmelzung mit Neuem eine wirksame Portion Perfektionismus unterstellen, die aus ÆLITA wertvolle Musik herauszuholen vermochte.
Wie sie sich bei so vielen unterschiedlichen Experimenten nicht die Hände verbrennen können, ist mehr als eine gehobene Augenbraue wert.
Ein gutes Album verdient trotz Zweifel eine entsprechende Behandlung. Hommage an eine Phase der kommerziellen Musik hin oder her.

StrawHat
(on a black saturday)
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TRACKLIST & HIGHLIGHTS:

01 Black Saturday
02 Rooftop
03 Money doesn't make you a man
04 Wet dreams
05 If I don't have you
06 Baby
07 Lonely driver
08 Child
09 Romeo
10 Make you mine