Sonntag, 25. Mai 2014

2.64 SOUTH PARK: THE STICK OF TRUTH (PS3 DOWNLOAD)

9.1/10.0

Als die Ankündigung offiziell wurde, dass die ebenso geniale wie beliebte Comedy Central-Serie bald einen Sprung auf die PS3 wagt, war die Angst vor einem erneuten Rohrkrepierer mit großem Namen selbstverständlich groß. Bei all der unbestreitbar erfolgreichen Historie der Show - ein erfolgreiches Videospiel mochte den Entwicklern seit anderthalb Jahrzehnten nicht gelingen. Mit fast schon trauriger Witzlosigkeit humpelte also die Idee Matt Stones und Trey Parkers legendäre US-Kleinstadtsatire genießbar auf Spielekonsolen zu übertragen vor sich hin. Bis zum Jahr 2014, in dem es nach mehreren Delays und einem Scheisseberg an Kontroversen veröffentlicht wurde und die Latte für die essentiellen Videospiele dieses Jahres sehr hoch legen durfte.

Racer, Ego-Shooter, Partygame - nach all den beschnüffelten Genres schuf die Serie 2013 im Zusammenhang mit einer epischen Satire der HBO-Serie Game Of Thrones die Vorlage für ein ausgefeiltes, rundenbasiertes RPG.
Als der neu zugezogene Bürger der schneebedeckten Stadt in Colorado ist es deine Aufgabe dich bekannt und beliebt zu machen, im Laufe der Geschichte eine mehr als befriedigende Menge an berühmten Gesichtern zu treffen und Quests zu lösen. Allen voran natürlich die Protagonisten der Show: Cartman - der selbsternannte König der politischen Inkorrektheit, Kenny - der frühreife Trailer Park-Murmler, Kyle - der mit der Moral des Lebens hadernde Rotschopf aus einer stereotypen jüdischen Familie und Stan - der amerikanische Durchschnittsjunge.
Nichtsahnend, dass du in das schwerwiegendste Kinderspiel aller Zeiten gerätst, wählst du eine mit ihren jeweiligen Eigenheiten versehene Klasse und levelst dich in einer Art Bürgerkrieg gegen Mitschüler aus dem anderen Lager, Prominente, Obdachlose und einer variierten Masse an Nazi-Zombies. Letztere sind mitunter Schuld für die nicht nur in Österreich und Deutschland verhängte Verkaufssperre der unzensierten Version.

Wer South Park kennt, weiß um den haltlosen Humor Bescheid und kann sich auf die wundervoll exekutierten Tiefschläge gegen alles was das moderne Leben heutzutage ausmacht freuen. Fluchen, Fäkal- und schlicht abstoßender Humor, Brutalität und erschlagender Sarkasmus - schlicht alles was der sozusagen gebildete Mensch außer Terroranschlägen und Finanzämtern zu fürchten hat, bildet die DNA dieses Spiels. Ubisoft liefert erneut eine authentische Darstellung des von ihnen bearbeiteten Franchises oder Genres. Und mit nichts anderem als Lob und Geld ist der angebrachte Dank für zig Stunden mit diesem Spiel zu würdigen.

Payoffs und Pointen regnen wie Hagelkörner im April auf dich herab. Überall steckt feinste Handarbeit und der Beweis für ausgearbeitete Studien über die verstecktesten Episoden der Serie. Ein begehbares 8 Bit-Kanada, dutzende Sidequests, freischaltbare Summons wie Jesus oder Mr. Hanky, die Auseinandersetzung mit ManBearPig, UFO-Entführungen mit unangenehmen Experimenten - The Stick of Truth mag als RPG mit Fantasytouch starten, aber der Countdown bis zum Ausarten der Ereignisse bis zur höchsten Absurdität und Zwerchfell-überfordernden Begebenheiten läuft zügig ab.

Als wichtiger Teil des eigentlichen Witzes sollte für den Kauf wenn möglich die unzensierte Version bevorzugt werden. Die Erfinder der Serie haben nicht umsonst mit zwei Augen die Produktion überschaut und sich für diesen neuen Meilenstein der grenzenlosen Satire eingesetzt. Wer bei Tricksendungen einen Schampegel besitzt, hat aber vielleicht auch mit der nachbearbeiteten Version die Möglichkeit diesen neu zu definieren.

StrawHat
(hat Kenny getötet)
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LINKS:

SOUTH PARK: THE STICK OF TRUTH UK LAUNCH TRAILER: http://youtu.be/H-zs0ezaXng 
JIMMY'S FLUTE SIDEQUEST: http://youtu.be/F2ujTzIgZAY

Montag, 19. Mai 2014

1.42.2 The Streets - A Grand Don't Come For Free

7.4/10.0

Skinners zweite LP als The Streets stieß 2004 mit unerwartet fokussiert narrativem Material in neue Gefilde vor. Selbst wenn sich die Entwicklung des Birminghamers bis zu diesem Zeitpunkt logisch anfühlt, kann man von der wie selbstverständlich wirkenden Wiedergabe des alltäglichen Dramas beeindruckt sein. Zu Recht gilt es als das essentielle Werk des Künstlers, mit dem er sich nicht nur einen Meilenstein im Heimgenre Hip-Hop sondern in der langen Historie britischer Musik sicherte.

A Grand Don't Come For Free erzählt die Geschichte eines fiktiven Mike Skinners, der vom Start weg verzweifelt versucht sein Leben weg von den Ecken und Kanten seines Daseins in eine erträgliche Richtung zu lenken. Nicht nur, dass er 1000 Pfund verlegt, auf seiner Mission die Kohle wieder zusammenzutragen schlägt er sich mit der ungesunden Paranoia einer startenden Beziehung und seinem kaputten Fernseher herum. Fußballwetten und Marijuanakonsum entpuppen sich zudem als kontraproduktiv und so ändern sich aufgrund entstehender Baustellen Schritt für Schritt die Prioritäten des Protagonisten.

Wie auf dem legendären Debutalbum spielen Skinners realitätsnahe Reime abermals die eigentliche Hauptrolle. Sein ständig kreisender Kopf wird in Giganten wie Blinded by the lights und Could well be in bestechend ehrlich dargestellt. Auch der Beziehungsstreit zwischen Mike und seiner Freundin (Get out of my house), sowie der offensichtliche Balzversuch in der erfolgreichen Single Fit but you know it beinhaltet die für den Künstler so typische Schreibweise zwischen Realität und übertriebenem Humor.

Die von The Streets auf den Tisch genagelten Lektionen unterhalten in einer zum Album zusammengeschlossenen Geschichte die Fans von Rap und UK Garage seit Jahren. Was auch immer den Ansatz für den darauffolgenden Stilverlust vorgab, es verhalf den Werken davor zu einem unbestreitbaren Ausnahmestatus. Hat diese Scheibe für meinen persönlichen Geschmack zwar das Nachsehen, so bleibt es durch einzelne Gipfel ein wertvolles Juwel.

StrawHat
(blinded by the lights)
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TRACKLIST & HIGHLIGHTS:

01 It Was Supposed To Be So Easy
02 Could Well Be In
03 Not Addicted
04 Blinded By The Lights
05 Wouldn't Have It Any Other Way
06 Get Out Of My House (feat. MC C-Mone)
07 Fit But You Know It
08 Such A Twat
09 What Is He Thinking? (feat. Wayney G)
10 Dry Your Eyes
11 Emptys Cans

LINKS: 

FIT BUT YOU KNOW IT MUSIC VIDEO: http://www.tape.tv/the-streets/videos/fit-but-you-know-it

Samstag, 10. Mai 2014

1.44.1 Mark Ronson & The Business Intl. - Record Collection

8.2/10.0

Ob der aus St. John's Wood stammende Londoner jemals als Junge vor den Apple Studios stand und sich vornahm dem Biz mit Label-Verpflichtungen wie Adele oder Lily Allen einzuheizen?
Derartige Dramatik ist Mark Ronson fast zu unterstellen. Es passt in sein Co-Produktionsmuster.

Das hier behandelte Album birgt eine Stange an fast übersehenen Überraschungen. Popmusik, so entspannend dass sie Jahrzente alt sein müsste. Aber das Datum auf einer CD lügt selten: 2010 gaben sich gern gesehene Stimmen und Stimmchen wie Ghostface Killah (Stimme), Rose Dougall (Stimmchen), Wiley (Stimme) oder Boy George (Stimmchen) die Klinke in die Hand. Letzterer ist klarerweise der Dramatischste von allen, fleht er immerhin geschlagene fünf Minuten um wahre Liebe.

Heraus kam in Summe eine der stilflexibelsten Pop-Zusammenstellungen seit Jahren, die ohne repetitive Überproduktion dahergeschlichen kommt, nicht viel verspricht und doch so viel mehr als zugetraut enthält. Gute Musik für überall und immer.
 Record Collection springt agil zwischen elektronischem Indie, Hip-Hop-Etappen und instrumentalem Synth-Pop hin und her wie die Finger eines geübten DJ. In ansteckender Manier fordert Ronson sein Publikum zum Tanzen auf, lässt 14 Nummern für rhythmische Bewegung sprechen. Und dann ist das Ding auch noch unterhaltsam geschrieben.

Dass die Scheibe international unterging, kann ich mir nur durch mittelmäßiges Marketing und das Ausbleiben von massenverträglichem Club-Bumm-Bumm erklären. Meiner Meinung nach wurde Radio-Tauglichkeit nach den 80ern selten zufriedenstellender veröffentlicht.

Wird also höchste Zeit, dass sich Ronson mal wieder selbst produziert und noch so eine Granate bastelt. Er darf sich auch gern wieder - zu welchem Zweck auch immer - The Business Intl. nennen, solang sie uns diesmal dann alle trifft.

StrawHat
(schreibt wieder)
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TRACKLIST & HIGHLIGHTS:

01 Bang Bang Bang (feat. Q-Tip & MNDR)
02 Lose It (In The End) (feat. Ghostface Killah & Alex Greenwald)
03 The Bike Song (feat. Kyle Falconer & Spank Rock)
04 Somebody To Love Me (feat. Boy George Andrew Wyatt)
05 You Gave Me Nothing (feat. Rose Elinor Dougall and Andrew Wyatt)
06 The Colour Of Crumar
07 Glass Mountain Trust (eat. D'Angelo)
08 Circuit Breaker
09 Introducing The Business feat. Pill & London's Gay Men Chorus)
10 Record Collection (feat. Simon Le Bon & Wiley)
11 Selector
12 Hey Boy (feat. Rose Elinor Dougall & Theophilus London)
13 Missing Words
14 The Night Last Night (feat. Rose Elinor Dougall & Alex Greenwald)

[Try the whole thing, please]
  
LINKS:

BANG BANG BANG OFFICIAL MUSIC VIDEO: http://www.tape.tv/mark-ronson/videos/bang-bang-bang

Donnerstag, 27. Februar 2014

2.63 OCTODAD: DADLIEST CATCH (PC)

4.7/10.0

Als Familienvater hat mans schwer. Das ist ein uralter Fakt, der nicht unbedingt mit einem Videospiel nochmals doppelt unterstrichen gehört. In die Rolle eines liebenden Ehemanns zu schlüpfen, dessen Beziehung leicht anfängt zu kriseln, ist also eine eher unangenehme weil realitätsnahe Aufgabe.
Auch die Zwischenziele des Spiels, Arbeit im Garten zu erledigen, Kinder zu beaufsichtigen und einem aggressiven Koch zu entkommen, sind zusätzlich gut und gern Alltagsprobleme, die Menschen wie du und ich schon mal bewältigen müssen.
Gut, das mit dem Koch könnte unter uns gesagt bloß damit zusammenhängen, dass du in Wahrheit ein (Achtung) Octopus bist!

Der seltsame Twist dieser kurzen Geschichte über eine Familie in der Mittelklasse ist, dass du von deiner Truppe weder als Meeresbewohner behandelt, noch als einer wahrgenommen wirst, jedoch durch deinen schwammigen Körper und die wackelige Darbietung alles andere als geeignet für menschliche Sorgen wirkst. Da wirkt ein Besuch im Supermarkt oder der Familienausflug ins städtische Aquarium schon gut und gern wie eine Doppelepisode einer neuen Cartoon Network-Serie.

Mittelpunkt und Existenzberechtigung dieses Konzept ist lediglich die betrunkene Steuerung von Octodads Tentakelwirrwarr. Der fehlende Fokus seiner Bewegungen stellt natürlich das Einfamilienhaus auf den Kopf, wirkt auf fremde Menschen befremdlich und auf alle Menschen chaotisch. Und zeigen sich die meisten Reviews von dem wabbeligen Durcheinander anfangs beeindruckt und den erzielten Spaß bestätigend, scheint es viele ab der Hälfte durch seine Steuerung zu frustrieren. Um dieses Gefühl bei mir auszulösen, war dieses - für mich - € 14 teure Spiel schlicht und ergreifend zu kurz.
Ja, die Aufgaben sind teilweise unnachgiebig gemein und fordern unmögliche Präzision, erscheinen im Nachhinein jedoch schaffbar und ausreichend humorvoll sowie innovativ, um den Spieler bei Laune zu halten.

Wie ein einmaliger Playthrough aber auf unter zwei Stunden kommen kann, betrachte ich hingegen als überflüssige Frage. Eine solche Dauer ist, ohne Steamsale mit stark reduzierten Preisen, ganz einfach eine bloße Frechheit und hinterlässt daher keine Kaufempfehlung.
Mit diesem Hintergedanken und dem mittelgroßen Fragezeichen am Ende der Story bleibt Octodad: Dadliest Catch nicht mehr als es möglicherweise von Anfang an sein sollte:
Die teure Doppelepisode einer neuen Cartoon Network-Serie.

StrawHat
(enttäuschtes glubb blubb)
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LINKS:

OCTODAD: DADLIEST CATCH E3 2013 TRAILER: http://youtu.be/ZHixkrPz7Wg

Donnerstag, 16. Januar 2014

1.43.1 Marina and the Diamonds - The Family Jewels

3.0/10.0

Glaubt man dem britischen Publikum und den chronologischen Aufzeichnungen ihrer Aufnahmen, war der Aufstieg des vorbeiziehenden walisischen Kometen Marina Diamandis ein längerer Prozess. Einer, der untermauert, wie lang so ein Durchbruch auf sich warten lässt, selbst bei gern gesehenen und gelobten Namen, die in vieler Munde sind und lange vor nennenswerten Lead Singles in vieler Leute Ohren herumgeistert.

So kommt es, dass das Debutalbum der damals 24-jährigen erst im Frühjahr 2010 erscheint und im Vereinten Königreich einen breiten Schweif an positiven Rezensionen hinter sich herzieht. Und ja, Marina and the Diamonds spuckt teilweise stabilen Synthpop aus, unterhält träumende Teenager (die gibt es immer) mit fruchtigen Anekdoten und bisher "vollkommen unbehandelten" Weisheiten wie I am not a Robot, schunkelt erfolgreich 45 Minuten lang mit Klangwirrwarr im 4/4-Takt vor sich hin, um, wenn schon nicht die beste, zumindest eine gute Zeit zu bieten.
Spätestens nach der ersten halben Hand voll Tracks gurgelt sich das voluminöse Kopfstimmchen der aus Abergavenny stammenden Fast-Ikone jedoch bereits an die Spitze des Erwartbaren.

Denn: Für jede der geglückten Höhen ihres Stimmrepertoires muss Ms. Diamandis ordentlich Schwung holen und wenn schon nicht davor, dann zumindest danach einen qualitativ wechselhaften Alt abfeuern, dessen Farbe man irgendwann überdrüssig wird.
Das Ergebnis dieses Spiels ist ihr überall heraushör- und erkennbarer Style, mit dem sie einerseits nicht nur wirkt wie eine gejagte Disney-Prinzessin, sondern auch wie die musikalisch talentierte jagende böse Königin. Und beiden ist nach einem Song zumute.

Wie gesagt, verkaufen sich die von ihr selbst geschriebenen Lyrics als keine Weltneuheit, aber sicherlich ausreichend poetisch um dem Kindergeburtstag ein Stück weit "in die besten Jahre gekommenen Teenager" einzuhauchen. Zu empfehlen ist der überaus ehrliche Opener Are you satisfied?, der fast alle Themen des Albums quasi vorwegnimmt, Spaßkanone Mowgli's Road, sowie selbstverständlich der - und jetzt kommt sie - Lead Single: Hollywood, mit leidgeprüfter Wortwahl über die faszinierende amerikanische (Un)wahrheit und unterhaltsamem Mitgröhl-Pop, dem man beim gemeinsten Willen einfach nicht böse sein kann.

Woran es an diesem Album genau scheitert, vermag man nicht zu sagen. Diamandis ist talentiert, unterhaltsam, sie schreibt stabil, sie singt besonders, sie räkelt sich zufriedenstellend - alle, die was in diesem Genre zu suchen haben, finden Fressen.
Und doch könnten diese 45 Minuten so viel besser sein.

StrawHat
(war selber ein träumender Teenager)
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TRACKLIST & HIGHLIGHTS:

01 Are you satisfied?
02 Shampain
03 I am not a Robot
04 Girls
05 Mowgli's Road
06 Obsessions
07 Hollywood
08 The Outsider
09 Hermit the Frog
10 Oh No!
11 Rootless
12 Numb
13 Guilty

Samstag, 11. Januar 2014

2.62 FIFA 14 (PS3)

4.5/10.0

Alle Jahre wieder beglückt EA Sports die Fanwelt mit den Bestsellererfassung der Milliardengeschäfte Mannschaftssport. Global freuen sich Erwachsene wie Kinder über die neuesten Versionen ihrer Must-Buys, denn neue Kader, angeblich weiter ausgearbeitete Feinmechanik, zusätzliche Animationen - ein ganzer Haufen Sneak Peaks aus der langen Liste der Gründe  MADDEN NFL, NHL, NBA2K und FIFA immer wieder zu verteidigen und regelmäßig im Herbst des kommenden Jahres anzusteuern - schenken viel Platz für Vorfreude.
Für gewöhnlich braucht es mindestens einen Sommer, sich auf den Release zu freuen, und mindestens ein Anspielen, die so farbenreich und anmutig erdachte Seifenblase zum Platzen zu bringen.

FIFA ist ein ewig unfertig programmiertes Wrack, das lediglich äußerlich für den anstehenden Trailer zur neuen Saison mit goldener Farbe bestrichen und für die ersten - für viele schon kaufentscheidenden - Eindrücke aufgemotzt wird. In-Game hält es nahezu kein einziges seiner Versprechen, dem Franchise einen neuen Kniff gegeben, dem Match lebendigere Teamdynamik und interaktiveres Ballgefühl hinzugefügt zu haben.
Du spielst hauptsächlich die Spiele der letzten Jahre mit geringfügigen Überarbeitungen und zahlst jedes Mal vollen Preis für den Spaß.

Dieser Spaß bedeutet für mich, mich online mit Begeisterten aus der ganzen Welt messen zu können, und offline einen eigenen Profi in das Geschäft zu schicken, ihn Jahr für Jahr zu neuen Höchstleistungen zu pushen, bis sich attraktivere Vereine melden und sich der saisonale Wert seiner Arbeit bis ins Unermessliche steigert - zu eben den lächerlichen Transferpreisen von denen man das ganze Jahr über hört.
Ein tolles Konzept, das dem Fußballfan das Atmen vieler Sportkomponenten abseits der Realität ermöglicht.
Doch in Wahrheit verschwendet man bloß Zeit und Geld mit dem Gipfel der Sinnlosigkeit.

Die auftretenden Bugs bilden eine eiserne Kette, die dich in der gesamten Karriere nicht los, nur eingeschränkte Transferoptionen zulässt, und eventuelle Titel im Ernstfall von dir fernhält. Denn bist du in deiner Schwierigkeitsstufe der aktuell Beste auf deiner Position, wirst du in richtungsweisenden Spielen nicht eingesetzt und verpasst somit Chancen groß raus zu kommen.
Die auftretenden Verletzungen lösen sich während eines Matches noch in Luft auf oder schicken den falschen, eigentlich unbeeinträchtigten Spieler, vom Platz.
Spieler, die sich wie seelenlose Hüllen bewegen, oft durch Himmel und Hölle glitchen und mit plötzlichen Ballkontakten nicht klar kommen. Teilweise reagieren sie nicht mal, wenn der Ball neben ihnen liegt, weil die Spieler>Ball-Mechanik einfach hängt.
 Schiedsrichterentscheidungen über irrwitzige Abseitsstellungen oder Fouls erschweren ordentliches Aufbauspiel mit purer Frustration, Trainer wechseln Spieler zu wahnsinnigen Zeitpunkten aus.

So einfach das Glücksgefühl über Beherrschung der Mannschaften und großartige Torschüsse sein mag, so unbefriedigend verbaut ist die Exekution dieser wichtigen Dinge.
EA Sports nimmt mit ihrem geldgeilen Minimalaufwand die Freude aus so zielstrebigen und simplen Alltagshighlights wie Fußball - Käufe für optimierte NextGen-Konsolen und die weiteren Versionen sind nicht zu empfehlen und mittlerweile eigentlich prinzipiell nicht mehr vertretbar - da helfen keine schönen Menüs, ermöglichte Duelle gegen Freunde oder langen Karrieremodi mehr, aus denen du mit einem per Mail angekündigten Händedruck und Bankett ins Startmenü katapultiert wirst, als hätten die vergangenen paar hundert Stunden nicht stattgefunden.

StrawHat
(hatte auch FIFA 13 gekauft und wird FIFA 15 nicht kaufen)

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LINKS:

FIFA 14 FAILS, GLITCHES AND BUGS: http://youtu.be/AeS5FBrWePw

Freitag, 3. Januar 2014

1.15.4 Burial - Rival Dealer (EP)

8.6/10.0

Wenn Burial ans imaginative Mischpult tritt und anfängt sein rauschiges, bebendes Ding zu machen, geht der Mond auf und beleuchtet ein einstmals vertraulich und gemütlich wirkendes Szenario. Eines, das sich über gefühlte Jahrzente in einen gefährlichen, kantigen, unfreundlichen Schrottplatz verwandelte und dir in dein Ohr schreit, wie sehr er um Erlösung bettelt.
Wie auf seinem vorhergehendem EP Truant/Rough Sleeper vergehen keine 10 Sekunden, bis du in Burialtown bist - an einen einsamen Stuhl in unüberschaubarer Trostlosigkeit gefesselt, damit du nicht vor einem Blick in die Vorstellungskraft deiner Einsamkeit weglaufen kannst.

Das fast schon jährlich zur - an und für sich - kältesten Zeit des Jahres erscheinende Lebenszeichen von William Bevan hat wieder in kratzenden Elektrokrimskrams gepresste Bildbände seiner mentalen Reisen als aufsteigender Undergroundproduzent im Gepäck. Das Ding mag Rival Dealer heißen, doch aufgrund seiner tragenden Message - nicht zuletzt durch bewundernswerte Samples erzählt - sind wohl so viele Titel für das Track-Dreiergespann möglich, dass der übertragene Sinn der gewählten Überschrift fast schon aus einem anderen Wortuniversum stammen könnte.

Der Titeltrack beginnt in der nun schon seit Jahren eingespielten Uptempo-ausgerichteten Manier, bietet nicht nur den unfreundlichsten Start seit Kindred, sondern ehrliche Wegweiser und auf Inseln verteilte Puzzleteile zur Antwort auf die Frage: Was will dieser Mann uns diesmal zeigen?
Dass Hiders also wie ein überstürztes Happy-End ohne Erklärungen als zweite Nummer folgt, wirkt fast wie die schönste und sauerstoffreichste Nebenepisode aller Zeiten. Es besaß nach dem Release am 16. Dezember fast eine vorweihnachtliche Magie, die man wie die Lichtspiegelung einer Uhr einfach nicht zu fassen bekam.
In die Kammer der Offenbarung führt uns Burial also erst mit der von einer Art Chorsummen und vorrübergehenden Walgesang eingeleiteten Nummer Come Down To Us, einer Aufforderung die sich über die anderen beiden Kompositionen zog wie ein blassroter Faden.
Und als wir diese Kammer betreten, nimmt die von diesem Musikweisen in unser Innenohr projizierte Geschichte Farben an, erzählt die aus Samplefetzen bestehende Überlieferung von vorne.

Berichtet von Hoffnung in eigener hoffnungsloser Ausgestoßenheit, Abgrund-nahem Verlangen nach der gegenteiligen Situation, nimmt jedoch in all seiner erlösenden musikalischen Klarheit nichts von dem finalen Höhepunkt, Lana Wachowskis leider brutal drückende Dankesrede für den Visibility Award der Human Rights Campain, vorweg.
Wachowski und auch Burial schufen mit ihrer Absicht vor Menschlichkeit triefende Brücken zu den gepeinigten Seelen unserer Zeit. Für Menschen, die sich weder gesellschaftlich akzeptiert fühlen, noch inneren Frieden damit finden.
Die Message kam erfolgreich an.

StrawHat
(aus Burialtown)
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TRACKLIST & HIGHLIGHTS:

01 Rival Dealer
02 Hiders
03 Come Down To Us

[try the whole thing please, obviously]