Dienstag, 16. August 2011
1.16.1 Joshua Radin - We were here
Es ist ein paar Jahre her, dass ich mich darum bemühte in den vollen Genuss der Tracks dieses Albums zu kommen. Joshua "Josh" Radins Musik nützte damals meine Begeisterung für die Serie Scrubs um mich mit seiner federleichten Stimme in ein Mädchenmusik-schätzendes Kerlchen zu verwandeln, und öffnete damit 2-3 Jahre später Künstlern wie etwa Clueso die Tür in mein Herz.
Kürzlich fielen mir die Audiodateien wieder in die Hände und ich gab mir einen Ruck, fast wissend was mich erwarten würde: der jungfräuliche Eindruck ist wie weggeblasen, die Mundwinkel teilweise ironisch hochgezogen als hätte ich mich wieder am Debutalbum von John Frusciante versucht (ich komme darauf zurück), schwebe ich mittlerweile zwischen Spott, Argwohn und - wenn man so will - Melancholie über die bereits verstrichene Zeit der Teenagerjahre, jedoch sicher nicht wegen Radins Musik.
Und das ist für sich komisch genug um darüber zu referieren, denn der Musiker verkauft sich auf diesem - seinem ersten - Album als gefühlvoller Herzensbrecher, der mit Sicherheit noch nie mit einer Frau geschlafen hat, bloß weil sie gut aussah. Nein, stets ist Liebe im Spiel. Immer muss man sich über seinen Fehler klar werden, das Mädchen seiner Träume verlassen zu haben - ach, wie war die Zeit schön. Aber nun ist es vorbei. Nun ist alles vorbei.
Radin selbst ist ein gescheiterter Screenwriter, der durch musikalische Begabung und den typischen Hollywoodkontakten zum erfolgreichen Musiker aufstieg und mittlerweile etlichen Drama/Comedies seinen Sound beisteuerte. So ernährt sich beispielsweise die stets gefühlschaotische Welt von Grey´s Anatomy von seinem sanften Gehauche. Als wäre das schon nicht schlimm genug, wird sein Name auch im Bezug auf One Tree Hill (eieiei) und Gossip Girl (eieieieiei) genannt. Sein langjähriger jüdischer Busenfreund Zach Braff, der ja, wie man weiß, selbst im Filmgeschäft Fuß faste und mit Garden State einen, ja, guten Film ablieferte, scheint ihn tatkräftig unterstützt zu haben und seine Musik sehr zu schätzen, schließlich drehte er auch das Video zum Song Closer.
Scrubs ist für mich so gesehen noch der renommierteste Name, hat die Show ja lange Zeit in vielerlei Hinsicht gerockt (darunter definitiv in schauspielerischer und musikalischer Hinsicht). Die Folge gegen Ende von Season 3 als Dr. Cox´ (John C. McGinley) bester Freund Ben stirbt, die auch fürchterlich twisted endet, gewinnt durch den wirklich guten Song Winter (ebenfalls auf dem Album) auf jeden Fall an Effektivität. Jener Moment brachte mich Joshua Radins Kunst auch so nahe, um besagtem Schritt in dieses Album hinein zu hören, die Chance zu geben.
Aber gottverdammt, Mann! Diese verfluchte Douchebag-Attitüde! Jeder Song ist ein erneuter Kampf mit deinen Tränen und den herzerweichenden Philosophien, die du in dem deinen trägst. Eine mir unbekannte Künstlerin gab da noch den fast überflüssigen Background-Gesang drauf, wodurch die Schnulze fast unterträglich hochgeschaukelt wurde. We were here ist absolute Liebeskummer-Musik, die ganz nach hinten den Schrank geräumt und nur für den Moment vor dem Suizid herausgekramt gehört. Je nach Gefühlslage nimmt man sich nach dem Hören der Scheibe tatsächlich noch das Leben oder fühlt sich wie neu geboren, da man von seinem Beinahe-Weinen von Sorgen und Verzweiflung rein gewaschen wurde.
Von Radins Gitarrenskills kann man, im starken Gegensatz zu dem Gehauche, das der Mensch wohl auch noch "Singen" nennen wird, nur gut reden. Die Tracks tragen - jeder für sich - Ansätze von Herbstnachmittags-Hintergrundmusik mit, die eine Norah Jones verlegen das Gebäude räumen lassen würde. Doch es ist und bleibt viel zu weich um da wirklich was daraus machen zu können. Wenn euch das Herz gebrochen wurde - Joshua Radin. Wenn ihr vergangenen glücklichen Tagen hinterher trauert - Joshua Radin. Wenn ihr euren Partner im Bett mit einer/m anderen erwischt habt - ... okay, ihr habt´s kapiert.
Sorry, Josh, aber den 5 Jahre später-Test hast du nicht bestanden. Ich weiß nicht ob ich deinen weiteren Alben überhaubt eine Chance geben will, weil ich mich sicher über die Art und Weise wie du dich verkaufst tot lachen würde. Und damit hätte ich noch Glück, denn sonst ersäufe ich in trüben Tränen der berührten Verzweiflung, wenn du mit deiner Gitarre mal loslegst um die doofen, doofen Männer dieser Welt im Herzen zu erreichen und zu bewegen. Das kannst du ja gut.
StrawHat
(eieieiei)
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TRACKS & HIGHLIGHTS
01 Sundrenched World
02 Star Mile
03 Everything´ll be be alright (Will´s Lullaby)
04 These Photographs
05 Closer
06 Today
07 Winter
08 Someone Else´s Life
09 Amy´s Song
10 What if you
11 Only you
Montag, 8. August 2011
2.14 SUPER MONKEY BALL (GC)
Ja, nein. Der PS3-Download Hamsterball (erhältlich für stolze 9,90 €) hats einfach nicht gebracht. Es sah nicht besonders aus, es war nicht abwechslungsreich und ein dummes Review schaffte es obendrein, mich in die Irre zu leiten. Die Folge: Fehlkauf!
Doch das Genre Geduldspiel hat sich festgefressen und so war es nur eine Frage der Zeit bis der GameCube-Klassiker Super Monkey Ball mit fast 10 Jahren Verspätung nachgeholt wurde.
Dies sind meine Gedanken dazu:
Blut. Schweiß. Tränen.
Selbst für (einigermaßen) erfahrene Videospielklauen dürfte so manche Stage eine neue Herausforderung sein, für mich jedenfalls war es ab und an der schlimmste Albtraum. Man kann dieses Universum nur richtig beurteilen, wenn man einmal auf Stage 7 gegen Absturz durch abrutschenden Daumen gekämpft hat - davon bin ich nun fest überzeugt.
Dass ein Spiel, das (auch für GameCube-Verhältnisse) in den Abteilungen Menüführung und Arcade-Modus so simpel aufgebaut ist, dermaßen fesselnd sein kann - fesselnder als es ein L.A. Noire jemals sein könne - hat mich auch nach ähnlich flachen Titeln überrascht. Doch das Spiel bedient sich einer gemeinen Falle, die schon Generationen von Videospielern, nein Spielern generell, zum Verhängnis wurde: Geschicklichkeit!
Nein, niemand wird gerne ohne Trainingsversuche in Herausforderungen versenkt. Man klemmt sich dahinter und versucht es gerade so zu einem guten Ergebnis zu biegen, damit man nicht das Herz und die Seele für das Bezwingen dieser, eingetauscht werden muss.
Natürlich wird man nicht zum Entschärfen kritischer Masse abkommandiert, ohne eine kleine Einweisung zu bekommen. Man boxt sich durch Beginner- und Advanced Modi und entwickelt langsam ein Gefühl für die verschiedenen Character und ihre persönliche Physik:
Ihr seid entweder Hauptaffe Aiai, seine Freundin Meemee, ihr Baby ... Baby oder der ehemalige Rivale Gongon, habt unterschiedliche Höchstgeschwindkeitsmerkmale und einen längeren, bzw. kürzeren Bremsweg.
Die Stages (zusammengezählt um die 90) variieren von puren Angstmachern bis einfach gehaltenen Labyrinthen, kleinen Denkaufgaben und - vorallem - eben Daumenbrechern, die mir echt 1-2 Stunden vermiesen konnten, weil sie sich extra knifflig stellten, wenn du wegen des Erfolgs über die vorhergehende Stage noch Freudentränen in den Augen hast! Gewisse Ecken und Kanten liegen nun mal genau so, dass du abstürzt wenn du nicht schon im Fluge bremst und Löcher tun sich auf, die du vom anfänglich flüchtigen Blick über das Level nicht erkennen konntest.
Super Monkey Ball hasst dich, und die Aufgabe ist, damit fertig zu werden!
Für diesen Erfolg spricht, dass du eventuell später Continues geschenkt bekommst, je weiter dich deine Fähigkeiten tragen. Irgendwann hat man ohnehin (hoffentlich) den Knoten raus und diese Hürde ist plötzlich gar keine Hürde mehr.
Der Multiplayer ist mehr schlecht als recht, nicht unbedingt miserabel aber doch nur hingeklatscht und auf einer Party sicher nur so lange unterhaltsam wie der betrunkene nackte Tänzer auf den Knabberzeugtischen.
Konzentriert euch also auf dieses von Gott gegebene Hauptquest, eine Prüfung, die den antiken Römern (den Augustus-Römern, nicht den Iulius Caesar-Römern) als lockerer Zeitvertreib - um nicht zu sagen Zahnstocher - gerade recht gekommen wäre, und ihr werdet danach um 1-2 eiserne Nervenstränge reicher sein.
StrawHat
(Iulius Caesar-Römer)
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LINKS:
WALKTHROUGH KOSTPROBE: http://youtu.be/wMmVSVgSZ24
Freitag, 5. August 2011
1.14.3 Arctic Monkeys - Humbug
Wo ist der originelle Erguss von hörenswertem Post-Punk hinverschwunden? Dieses frische, flippige und keineswegs unsympathische Gerocke, das mit Whatever people say I am, that´s what I´m not in unglaublich einschlagender Manier los ging und bei Favourite Worst Nightmare auf die eine oder andere Weise noch einen drauf setzte, ist auf dem dritten Album der Engländer in düsteren Spätabendrock umgeschwungen, der teilweise unter den Kandidaten für Backgroundmusik im Nachtclub Titty Twister (From Dusk Till Dawn) ziemlich gut Chancen hätte. Josh Homme, seines Zeichens musikalisches Haupt- und Nebengewürz für die Gruppen Queens of the Stone Age, The Good, the Bad & the Queen und Them crooked Vultures - um nur wenige zu nennen - mischte seine großartigen Fähigkeiten als Produzent mit in den glänzenden Topf der Möglichkeiten, die die Arctic Monkeys den involvierten Köchen bieten. Und auch wenn Humbug ein herausforderndes, unerwartetes Album ist, so ist es auf seine Art da und dort umwerfend stark.
Und dazu zählt fast hauptsächlich der kräftige Anfang. My Propeller, der Eröffnungstrack und dritte Single, ist ein wahnsinnig derber Ohrwurm, der sofort klar macht wie Homme dieses Ding gedreht hat. Turner, der Sänger, steigt auf seine Rolle im Text perfekt ein und liefert klar erkennbare gesangliche Höhepunkte zum derben Rock seiner Bandmitglieder. Drummer Matt Helders, der sich schon früh als Queens of the Stone Age-Fan geoutet hat ("The one thing that changed me most was seeing Queens of the Stone Age live at a festival last year. As soon as they came off I was like 'Fuck – I need to start hitting harder'."), ließ sich stark vom erfahrenen Produzenten beeinflussen und steigert sich erneut zusehends, mit dem somit berechenbaren Höhepunkt im fantastischen Track Dance Little Liar, der mir gut als Türöffner für den neuen Stil der Monkeys diente und dem ich jedem nur schwer ans Herz legen kann, der diese Zeilen liest.
Um ehrlich zu sein ist lediglich die Zahl an Nummern, die mich umhauen, zurück gegangen. Das mag daran liegen, dass es das bis dato kürzeste Album der Gruppe ist, aber auch an der generell durchhängenden Art. Es erfrischt nicht, hört sich aber unverschämt cool an. Schnittige One-Liner wie "What came first, the chicken or the dickhead?" finden sich in fast jedem Track des Albums, doch nur eine Hand voll bleibt hängen. Crying Lightning, das auch klar eines ihrer besten Songs ist, ist somit auch ein großer Höhepunkt auf dem Album, wenn auch sehr früh angelegt. Mit Dangerous Animals kam ich nur nach mehreren Wiederholungen der Scheibe klar und mit Potion Approaching und Cornerstone fange ich zugegebenermaßen immer noch recht wenig an. Einzig Pretty Visitors verkauft sich noch erwähnenswert, denn der originelle Trauermarsch tut sein Übriges zum abgedunkelten Gewölbe-Gefühl Humbugs, sowie Track Nr. 4, Secret Door, die eigentlich einzige Nummer in der sie ein bisschen das Rock-Schild fallen lassen, fällt durch den wohltuenden Klang und die stimmige Platzierung auf dem Album auf.
Was ich mit all den Metaphern und Vergleichen ausdrücken will ist folgendes: Man ist nach dem Durchhören ihres dritten Werks - was die Arctic Monkeys betrifft - um einige Ecken gescheiter. Der große mediale Anklang war hauptsächlich, dass dieser neue Stil einen viel weiteren Horizont aufwirft. Einen Horizont, der eventuell verfolgt gehört hätte. Josh Homme wirkt, so viel ich bis jetzt las, auch in ihrem aktuellsten Album mit, was sich nachträglich jedoch als nicht so mitreißend herausstellte, wie es sich nunmal auf Humbug anfühlt. Ich war durchaus bereit den Wandel in diese Richtung zu akzeptieren, auch wenn die freimütige Schlagfertigkeit der Vorgänger fehlen. Doch dann kam der Release diesen Jahres, Suck it and see, und der warf diese Pläne fröhlich um ...
StrawHat
(Haupt- und Nebenwürze von Strawpinion)
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TRACKLIST & HIGHLIGHTS:
01 My Propeller
02 Crying Lightning
03 Dangerous Animals
04 Secret Door
05 Potion Approaching
06 Fire and the Thud
07 Cornerstone
08 Dance Little Liar
09 Pretty Visitors
10 The Jeweller´s Hands
Samstag, 30. Juli 2011
2.13 SONIC THE HEDGEHOG (SEGA MEGA-DRIVE)
Auch wenn es nicht mein erstes Videospiel war, und schon gar nicht das Erste, das mich für the fastest thing alive Sonic the Hedgehog begeisterte, ist das originale Game für den Sega Mega-Drive (bzw. Sega Genesis) sicher einer der ersten großen Titel meines Lebens. Kürzlich fand ich heraus, dass die europäische Ausgabe vor dem Release ein bisschen bearbeitet wurde, was mich zum Nachdenken anregte und schließlich den Wunsch eine Strawpinion-Serie über die Sonic-Spiele (die mich nunmal mittlerweile gute 17 Jahre begleiten) zu starten, bekräftigte.
Dabei muss ich auf jeden Fall mit meiner großen Begeisterung für die, vorallem mit dem Wissen heutiger Zeit betrachtet, simple Musikbegleitung anfangen. Die Tracks der einzelnen Levels (6 Welten mit jeweils 3 Akten) sind heute immer noch wie das Einmaleins in meinem Kopf verankert und bei anstrengenden oder nervenbelastenden Betätigungen stets zum Summen oder Singen abrufbar bereit.
Als Kind liebte ich die Musik von Level 5 (Star Light Zone) mit dem wonnig melodischen Klang besonders, auch wenn das für mich bedeutete im vorhergehenden Level 4 (Labyrinth Zone) ordentlich die Zähne zusammen zu beissen (die Stage ist nämlich irgendwie die härteste).
Ganz ehrlich gesprochen: Ohne die tolle Musik in diesen Games, wären sie mir nicht so teuer. Ich verbinde so unglaublich viele Emotionen mit diesen Tunes, dass ich es sofort für die eigentliche Spielerfahrung jederzeit eintauschen würde.
Sonic 1, wie ich es eigentlich meistens nenne, ist im Gegensatz zu späteren Titeln (Sonic 2 ausgenommen) irgendwie eine Spur schwerer. Dies hängt sicher mit der Verletzlichkeit des kleinen (später außerordentlich arroganten) Igels zusammen. Man kann keinen Spindash machen, man bekommt keine Air- und, schon gar keine, Homing-Attack sondern eine regelrecht einfache Jump'n'Run-Sprungattacke, die bei mit Stacheln gepanzerten Gegnern auch schnell baden gehen kann. Dasselbe gilt für seine Rollattacke, nur erreichbar durch höhere Geschwindigkeiten.
Der Speed ist selbstverständlich das Hauptthema in diesen Titeln. Sonic the Hedgehog ist hauptsächlich für sein enormes Lauftempo bekannt - so lösen oft auftretende Abwärtstrends auf den begehbaren Plattformen häufig ein rasantes Vorrüberziehen des Hintergrunds aus, während Sonic teilweise fast schon aus dem Bild fliegt (z.B. Level 3, Spring Yard Zone).
Diesen hervorragenden Punkt in den alten Games, haben Sega in den neueren Ausgaben von Sonic-Abenteuern immer irgendwie verändert und anders dargestellt. Und bis auf wenige Ausnahmen ist es meistens schief gegangen - was sicher mehrere Gründe hat als viele glauben.
Sonics Steuerung ist wirklich wichtig für den Spieler. Es musste einem von Anfang Freiheiten lassen, die man in den 2D-Mario-Spielen nicht hatte. Eine einfache und doch unberechenbare Physik machte dieses schräg-süße und doch dramatische Universum umso interessanter. Sonic 1 hat Maßstäbe gesetzt, die nur durch die direkten Nachfolger eingehalten werden konnten. Für die meisten Fans ist das Sonic 2, für mich persönlich in jeder Hinsicht Sonic 3.
Der Plot des Spiels ist ein einfacher Zweizeiler: Sonic the Hedgehog vereitelt den bösen Plan von Dr. Robotnik (eigentlich Dr. Eggman), den ganzen Planeten Mobius in eine Maschinenwüste umzubauen. Während es anfangs nur Sonics tierische Freunde erwischt hat, die dann eben in Roboter-Körper (genannt Badniks) gesteckt werden, ist das letzte Level 6 (Scrap Brain Zone) schon eine einzige große Maschine. Durch Bonus-Levels, die für mich irgendwie immer noch die kniffligsten in den frühen Sonic-Spielen sind, kann man so genannte Chaos Emeralds bekommen, die aber noch keinen wirklichen Nutzen haben.
Die Levels, genannt Zonen, unterscheiden sich bis auf die Gliederung (ein Akt für die Einführung, ein kniffliger Akt und schließlich ein Endgegner-Akt) sehr voneinander, und besonders Level 1 (Green Hill Zone) ist ein absoluter Klassiker unter Videospielfreunden, bekam im viel späteren Titel Sonic Adventure 2 sogar ein weirdes 3D-Cameo. Von allen ist mir die oben genannte Star Light Zone am Liebsten, während mir das Unterwasserlabyrinth (der blaue Igel hats nicht so mit dem Schwimmen und dem Luftanhalten) echt nach wie vor gestohlen bleiben kann.
Level 2 (Marble Zone) hat neben herausfordernden Momenten auch eine sehr eingängige Musik, der Nachfoler Spring Yard einen fast schon melancholischen Hintergrund. Ich erinnere mich gut, als Kind selbst zusammengebastele Lyrics zur Musik gesungen zu haben - weil ich so begeistert von diesen Eindrücken war.
Ein wirklich zu empfehlender Titel, selbst für 2011-Verhältnisse. Die Kinder werden heute mit tollen Grafiken und ausgearbeiteten Spieleuniversen richtig verwöhnt. Ich bin fast der Meinung, dass in solchem Fällen tatsächlich weniger oft mehr ist, da man sich viel für die anfängliche Geschichte von Sonic the Hedgehog dazudenken kann.
StrawHat
(hat jetzt einen Spring Yard-Ohrwurm)
Samstag, 23. Juli 2011
2.12 L.A. NOIRE (PS3)
Sweet Jesus, ich kann dieses Cover nicht mehr sehen.
Darum fühlt euch geehrt einen Blick auf meine Meinung zum neuesten Streifzug von Rockstar-Games in die Welt der ewig geplanten und gut entwickelten Spiele zu erhaschen - weil, ganz ehrlich, mit diesem Exemplar bin ich mehr als durch. Es ist erledigt, und ungleich anderer Spiele muss ich dieses wirklich, ernsthaft, eindeutig nicht mehr spielen. Ein Durchgang reicht. Also bitte: Lest mir jedes Wort von den Lippen ab.
Hier die Strawpinion zu L.A. Noire.
Also zuerst einmal ist es Rockstar (GTA, Red Dead Redemption), dem leitenden Entwickler, diesmal nicht gelungen mich mit der mühsam zusammengesetzten Welt umzuhauen. Ihr seid im Los Angeles der 40er Jahre, und zwar in der original nachempfundenen Stadt; teilweise bis auf den Zentimeter genau von alten Plänen und Fotos abgezeichnet. Das ist ein überwältigender Gedanke und sicherlich auch ein Grund dafür, dass der Titel an die 7 Jahre in Produktion war. In dieser Zeit sind auch einige Mitarbeiter von Rockstar gegangen worden, die sich schließlich auf den Schlips getreten fühlten, als sie in den Credits der Endversion nicht großzügig Erwähnung fanden.
Aber nicht nur auf der Map hat das Entwicklerteam (unter anderem auch die Sydneyer Team Bondi übertrieben zugeschlagen, nein, sie haben auch die Zwischensequenzen und damit zusammenhängenden Dialoge aufpoliert, in dem sie die Mimiken ernannter Schauspieler mit zahlreichen Kameras verfolgt und diese mit viel Detailbewusstsein in den Computer geschifft haben. Dieser Effekt ist wahrlich großartig und schiebt dem Spiel die wenigen Pluspunkte zu, die es absolut verdient hat. Es ist ein noch nie dagewesenes Spielgefühl bemerkbar und vorallem Filmfans, die mehr zufällig eine PS3 besitzen, finden darin garantiert Gefallen. Es ist auf jeden Fall innovativ, hübsch und interessant.
Und trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die ganze Geschichte um den Veteranen des zweiten Weltkriegs Cole Phelps (porträtiert von Aaron Staton) an mir vorüberzieht und mich eigentlich genau genommen nicht kratzt. Trotz der ab der Mitte des Spiels (für Rockstar-Games also immernoch recht früh) offensichtlich nahegelegten Intrige, wird verzweifelt versucht das Spiel nach nur wenigen kleinen Fällen in diese Richtung zu lenken. Und dabei war man eigentlich recht zufrieden in der Rolle des aufsteigenden LAPD-Detectives: Es passieren grausame mystische Morde, viele Angehörige machen sich tatverdächtig und an einem selber liegt es, dass man den richtigen Killer durch bewiesenes Köpfchen mit den entscheidenden Fragen löchert und dann auch noch an dessen Mimik erkennt, ob er oder sie einem nun BS verkauft oder nicht.
Da war ich natürlich gleich dahinter, denn es ist eine spannende und verantwortungsvolle Aufgabe. Indizien finden und ein mögliches Motiv zusammenbasteln - welchem geprüften Adventure-Spieler macht das keinen Spaß?
Aber da pfuscht einem die Story dazwischen und lässt dich gnadenlos auffahren. Denn obwohl du die Beweise richtig liest und es sogar deichselst dem vermeindlichen Täter ein Geständnis herauszulocken, passiert nur kurz danach ein ähnlicher Mord und du stehst dumm da, denn du hast den Falschen eingelocht. Wie ist das überhaupt möglich wenn ich schon ein Geständnis habe? Und warum geht die Geschichte nicht weiter darauf ein, sondern belässt es dabei? Warum wirst du trotz mehrmaliger Erwähnung nicht bestraft wenn du im Straßenverkehr unaufmerksam bist und Menschen überfährst? Wieso ist sowas nicht wichtig?
Nein, mit welcher Rechtfertigung wirst du sogar befördert, selbst wenn du keinen einzigen richtigen Beweis findest und dich nur verhältst wie eine traurige Version des guten Detectives, der du sein solltest?
Ich sehe keine Entschuldigung bei solchen Dingen - es ist für mich einfach schlechtes Storytelling.
Gefühlsmäßig kommt es einem miserablen Mafia II ziemlich gleich. Sie gaukeln dir eine Open World vor, in der du praktisch nur Zeit verschwendest um von A nach B zu kommen und gelegentlich triffst du auf hübsche Extras wie damalige wie heutige Sehenswürdigkeiten L.A.s oder seltene Autos. Dabei begleitet dich stets die für diese Zeit bekannte (von mir gern gehörte) Jazzmusik im Radio.
Der von Spiegel Online kritisierte Faktor mit den Straßenverbrechen war für mich fast das Spaßigste im Spiel - ihr findet euch in einem Straßengefecht wieder, müsst schnell und sinnvoll handeln um ein Massaker oder zumindest Desaster zu verhindern. Leider hat dies fast ausnahmslos mit dem Niederstrecken der Beteiligten zu tun. Selten habt ihr die Möglichkeit die Leute lebend einzusperren, deswegen ist es meistens nur die Kugel in den Kopf, die zählt. Und so gewinnen Videospiele nicht mein Herz, auch wenn die stark an Film Noir angelehnte Erzählung (deswegen der Titel) noch so berauschend dargestellt wird.
Die Charaktere sind kalt wie Bachforellen, ihr habt keine Chance eure Entscheidungen mit denen von Cole Phelps zu vergleichen, es bleibt kein Platz für Kompromisse. Ihr seid daran gebunden ob der sonst sehr moralisch lebende Cole plötzlich Schlagseite bekommt und eine private Entscheidung trifft, die für seine Karriere maßgeblich ist oder die Rolle des Protagonisten wie aus dem Nichts auf jemand anderen übergeht.
Da und dort bekommt ihr durch Zeitungsartikel Hinweise auf den möglichen Hauptplot des Spiels. Und auch wenn die Idee auf einer ihrer großen Rockstar-Konferenzen sicher toll ankam, frage ich mich wie ich diese Zeitungsartikelsache verstehen soll, denn es wird nicht geklärt ob nur ich als Spieler die Ereignisse in einer Zwischensequenz erlebe, Phelps die gleichen Eindrücke durch den Artikel gewinnt, oder er es nicht so detailliert verstehen kann wie ich. Noch dazu sagt einem das Spiel gegen Anfang "man hat selber zu entscheiden ob jene beschriebenen Ereignisse nun zum aktuellen Fall beitragen oder nicht". Wtf? Can I tell?
Wie zu erwarten war, ist die Conclusion der gesamten Geschichte ein fast erwartbares Mischmasch aus diversen Flashbacks von Phelps Einheit im fernöstlichen World War II, sowie mehreren Einzelfällen aus der anfänglichen wie späteren Story. Ob hier ein atemberaubender Twist nötig gewesen wäre, lässt sich diskutieren. Mir jedenfalls war es zu lahm weil zu durchschaubar.
Und der letzte Satz bezeichnet dann fast das ganze Spiel. Keine Rockstar-üblichen Überraschungen (was andererseits wohl sicherlich auf die Kooperation mit anderen Machern zurückzuführen ist) und bis auf die tolle Mimik keine außerordentlich bemerkenswerten Pros.
Deswegen war das Durchspielen auch mehr eine müßige Arbeit für stille Abendstunden. Wie ein schlechtes Buch, das man zwar empfohlen bekommen hat, aber nichts damit anfangen kann.
StrawHat
(hat noch keinen Film mit Aaron Staton gesehen)
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LINKS:
L.A. NOIRE TRAILER: http://youtu.be/lKf26Ap0RHI
Montag, 18. Juli 2011
1.14.2 Arctic Monkeys - Favourite Worst Nightmare
Donnernder Rock eröffnete das 2007 sehnsüchtig erwartete Nachfolgealbum der Arctic Monkeys. NME und Konsorten schafften es zuvor erfolgreich die talentierten Kerle bis in die Sterne zu hypen, sodass selbst der verschlafenste Musik-Uhu im hintersten Baum, bei hellstem Tageslicht Lust bekommt sich den erfrischend starken Sound rein zu ziehen - Sound, auf den man eigentlich gefasst sein sollte.
Im Musikvideo bekam man nicht viel Zeit zu schnallen was abgeht, da man von gefährlich starken und abwechslungsreichen Lichtern zusammengeschlagen wird - ich hatte das Vergnügen spät in der Nacht und schaffte es lange nicht, diese Grausamkeit unabhängig von dem Gedanken an diese Arctic Monkeys in meinem Dickschädel unter zu bringen. Wer das Konzert im Manchester Apollo live erlebt hat, oder es zumindest auf DVD bestaunen kann, der bekommt den radikalen Einstieg von Brianstorm, der ersten Single, ohne Iris-zerberstende Ablenkungen zu sehen. Bekommt zu sehen wie mitreissend Matt Helders Darbietung am Schlagzeug ist und wie ein "sehr, sehr schnelles und sehr, sehr lautes Album" (so ein Kritiker vor der Veröffentlichung) auszusehen hat.
Mich begeistert Favourite Worst Nightmare durch seine großzügige Vielfalt und eiserne Disziplin immernoch, entdecke selbst nach Wochen wieder neue Bridges und tolle Momente, sodass die erfahrenen Eindrücke hier nicht fehlen dürfen.
Brianstorm ist aber nur der Anfang; gar nicht so ein großes Highlight auf der Scheibe - ein knallharter Einstieg ja, aber in die Luft gehen viele andere Tracks auch.
Teddy Picker zum Beispiel, mittlerweile ein absolutes Lieblingslied von mir, bietet sich attraktiver an, konnte aber als Singleerfolg in den Staaten nicht recht mithalten.
"Let´s have a game on the Teddy Picker - not quick enough can I have it quicker?" ist ein absoluter Mitbrüller, egal ob in der U-Bahn oder im Auto.
Ähnlich wirken die großartigen Songs Balaclava und das gut singbare Do me a Favour, in der zweiten (angeblich stärkeren) Hälfte des Albums.
Wie schon auf Whatever people say I am, that´s what I´m not gelingt den Nordengländern ein genialer Grad zwischen britisch-coolem Abfertigungsrock und melodischer Lyrik - eine willkommene Mischung, da diese heutzutage nur unter Geheimtipps (wie beispielsweise bei Radiohead) zu finden ist. Aber die Monkeys sind kein Geheimtipp, sie sind medienpräsent und schlugen auch dieses Jahr wieder erfolgreich zu.
Der Superhit Fluorescent Adolescent fühlt sich zwischen all diesen großartigen Werken wie zuhause, weicht musikalisch dennoch ab. Es ist verspielter, leichtfüßiger und man schmeckt sogar die lange verstrichenen 1950er auf dem hinteren Teil der Zunge. Dass Turners ansprechende Stimme an den richtigen Stellen falsch und an allen anderen Stellen richtig sitzt, braucht man nach dem Debutalbum niemandem mehr vor Augen halten - ich bin vorallem durch die Tolle DVD um das Manchester-Konzert großer Fan von seiner Art und Weise geworden, seine Fähigkeiten stetig an das Publikum weiter zu geben.
Dazu zählt auch durch seinen Akzent und das Gehabe den letzten Rest an gespielter wie gelebter Emotion zu quetschen. Only ones who know liefert er für mich perfekt, ebenso wie die tragende dritte Strophe in If you were there, beware, ebenso natürlich das vom überaus talentierten Miles Kane unterstützte 505, das dieses großartige Werk mit passender Melancholie und ungezügeltem Rock abschließt. Wer auf die Idee kam für diesen großartigen Track Ennio Morricones Orgel aus dem Film The Good, The Bad & The Ugly aus dem Keller zu holen, gehört geküsst.
Sucht euch also einen Aspekt den ihr bei gut einstudiertem und gefühlt ehrlichem Post-Punk/Rock interessant findet und horcht in diesen Dauerbrenner hinein - er hat viel los zu werden, und glaubt mir wenn ich sage, das meiste davon bleibt euch im Kopf hängen.
StrawHat
(kein Musik-Uhu)
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TRACKLIST & HIGHLIGHTS:
01 Brianstorm
02 Teddy Picker
03 D is for Dangerous
04 Balaclava
05 Fluorescent Adolescent
06 Only ones who know
07 Do me a Favour
08 This house is a circus
09 If you were there, beware
10 The Bad Thing
11 Old Yellow Bricks
12 505
Sonntag, 17. Juli 2011
V : STRAWPINION : SEASON 3
Hello, ladies and gentlemen! The last entry lies back a few weeks, since I decided to give it another short break after the huge break from December to April.
But I´m sure the few readers of mine have waited long enough now, so it´s time to enter the screen again and open the rest of this (mostly) rainy european summer with a whole new season of Strawpinions!
Looking back, I finished almost all of the reviews on games and musicians/albums I promised last autumn. Those I haven´t done yet are soon to come for sure, so stay tuned for those and many, many more like:
Kane and Lynch 2: Dog Days (PS3), Limp Bizkit, Super Monkey Ball (GC), Arctic Monkeys, The Beatles, Gorillaz, L.A. Noire.
Kanpai!
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