Sonntag, 11. Dezember 2011

3.1 Red Hot Chili Peppers - I'm with you-Tour - Wien 07.12.11



"Uh .. we're from Los Angeles, California", wirft Michael Flea Balzary, Bandmitglied seit Sekunde 0, irgendwann zwischen den Songs in die Halle. Er grinst verlegen, sucht den Faden, findet ihn nicht.
Mehr gibt es aber auch nicht zu sagen - wer ihre Geschichte nicht wenigstens ansatzweise kennt, oder zumindestens nachvollziehen kann, war sowieso fehl am Platze.
Man sieht ihnen viel an, den Red Hot Chili Peppers. Die Reisen in hunderte Konzerthallen, das vergangene erste Drittel der neuen Tour, ja vielleicht auch die Vorfreude auf die kleine Atempause von Weihnachten bis Ende Januar.
Haben sie aber ausgesehen, als würden sie sich hängen lassen? Kein Stück.
"I haven't seen him like this for ages", lacht sogar Anthony Kiedis ungekünstelt ins Mikrofon, als der fadenlose, ständig improvisierende Flea zum wiederholten Male die Hotness verschwitzter österreichischer Mädchen preist.

Musik haben sie neben all den fliegenden Kung Fu-Kicks und spontanen Einlagen wie Songteases, Späßchen und technischer Schwierigkeiten auch gemacht. Und zwar ordentlich.
Californication- und By the Way-Hits wie die gleichnamigen Chartstürmer und den keinesfalls nebensächlichen Kostbarkeiten namens Parallel Universe, Universally Speaking, Otherside und glücklicherweise Around the world führten die Setlist natürlich an. Eine Band, die in der Vergangenheit ihre musikalischen Erfolge stets großflächig säte, baut selbstverständlich nicht nur auf die Bausteine des aktuellen Albums. Einerseits kam natürlich die übliche Monarchy of Roses-Eröffnung und auch das hierzulande noch nicht erschienene Look around (dessen Klatsch-Momente das nicht zuschlagende Wiener Publikum hilflos ausgeliefert war) bekam seine Minuten, von der von mir beinahe weniger geschätzten Nummer über die Abenteuer einer gewissen Rain Dance Maggie einmal abgesehen, andererseits wurde den richtig guten neuen Sachen wie Did I let you know und Ethiopia leider kein Platz gelassen, was sich für mich und meine Begleitung als äußerst schade darstellte. Die Fankollegen aus Übersee scheinen mit unbekannteren, obschon besseren, Nummern mehr Glück zu haben.
Somit gaben wir uns mit dem eher seltener gespielten oben erwähnten Around the world und einem meiner Lieblingssongs, dem von Kritikern in den Himmel gelobten Hard to Concentrate, sowie einer mir bis dato unbekannten Version von Universally Speaking, die ich für die kommenden Strawpinion Awards zu nominieren gedenke, zufrieden.

Alles in allem wirklich ein stimmungsvolles, wenn eben songtechnisch nicht wie erhofft verlaufendes, Konzert. Meine Befürchtung, sie würden eine gewisse Lustlosigkeit aufkommen lassen, war mehr als unbegründet - Flea gab sich publikumsnah und originell, der vom Tour-Backup zum festen Bandmitglied aufgestiegene Josh Klinghoffer an den Backvocals souverän, Chad Smith für jedes zusätzliche Drum-Solo zu haben und Anthony Kiedis jedem Spaß gegenüber aufgeschlossen. Mit der fünfteiligen Zugabe sieht man somit gerne über betrunkene Stehplatznachbarn und Kopf-durch-die-Wand-Tänzerinnen hinweg.
Zu oft wurde man ohnehin von den grellen Leinwandfarben abgelenkt, oder während langsameren Titeln wie Under the Bridge und eben Californication durch beruhigendes dunkelblau in eine schützende Musikseifenblase gehüllt.
Kritik an der Location, der Wiener Stadthalle hege ich dennoch, denn der Sound wurde oft schlecht übertragen, Gitarrensoli dadurch teilweise ungenießbar, und das ständig zur Zigarette greifende Publikum trotz Verbotshinweise unaufhaltsam nervtötend.

Mir wurde von Live-Auftritten der Red Hot Chili Peppers schon gute wie schlechte Dinge berichtet. Im vom Advent gezeichneten Wien konnten sie in meiner Gegenwart dank alter Hits in jedem Fall überzeugen - keinerlei Altersschwächen, kein Verlust von Schärfe und Spaß macht sich deutlich.
Einzig der Songfokus könnte sich ändern, bzw. 1-2 neue Dinger anzufügen wäre ratsam. Aber das ist aus dem Schreibtischsessel heraus natürlich viel leichter gesagt.

StrawHat
(did let you know)
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SETLIST & HIGHLIGHTS:

01 Monarchy of Roses
02 Dani California
03 Charlie
04 Around the World
05 Otherside
06 Look around
07 Parallel Universe
08 Hard to Concentrate
09 Universally Speaking
10 American Ghost Dance (snippet only)
11 The Adventures of Rain Dance Maggie
12 Higher Ground (Stevie Wonder-Cover)
13 Under the Bridge
14 Goodbye Hooray
15 Californication
16 By the Way 
Encore
17 Chad & Mauro Jam
18 Can't Stop
19 Meet me at the Corner
20 Give it away
21 Final Jam (6 minutes)

Foto-Copyright by APA

Samstag, 10. Dezember 2011

3.I DIVISON KONZERTE

Guten Beinahe-3.-Advent-Nachmittag zusammen!

Heute stelle ich eine dritte Review-Kategorie vor, die ich mir, beflügelt vom großartigen Auftritt der Red Hot Chili Peppers in Wien, dem ich vor drei Tagen glücklicherweise beiwohnen durfte, nun ausgedacht habe.
Da ich kein schwer beschäftigter Konzertbesucher bin, mir ja gerademal geschworen habe in jedem Kalenderjahr mindestens eines zu sehen, wird sich die Zahl der Postings wahrscheinlich nicht so blühend vermehren wie etwa die Videogame-Division, jedoch bin ich davon überzeugt, dass sie von meinen Lesern dennoch wie gewohnt aufgesogen werden.

Freut euch also auf gesammelte Eindrücke und Rückblicke auf Konzerte wie Green Day oder Alice Cooper, sowie noch anstehende Konzerte in den nächsten Jahren.

StrawHat
(hat viel zu erzählen)

Sonntag, 4. Dezember 2011

2.28 THE LEGEND OF ZELDA: SKYWARD SWORD (Wii)


Ja, wieder ein Spielereview. Aber diesmal brennts mir richtig in den Fingern, Freunde!
Ich kam vor ein paar Tagen dazu Skyward Sword aus der sehr bekannten und weltweit geschätzten Reihe Zelda nach einer Dauer von zwei Wochen (so viel Zeit nehme ich mir fast nie) zu beenden und muss es in schriller Begeisterung direkt für die nach Weihnachten stattfindenden Strawpinion Awards (deren Inhalt und Nominierungen ich demnächst erklären werde) in der Kategorie Game of the Year nominieren.
Das ist nicht außergewöhnlich, denn alle Zelda-Spiele sind spielenswert und haben seit jeher mehr Preise abgeräumt als man erfinden kann. Kommt nicht von ungefähr, schafft es dieses stets neu funktionierende Fantasy-Universum jedes Mal für Spannung und Spaß zu sorgen und den Spieler emotional mit den Geschehnissen zu verbinden wie kaum ein anderes Franchise.
Wie sich das letzte Meisterwerk für die Wii (Bild.de) im verbotenen Vergleich zu seinen Vorgängern schlägt und warum man das Spiel gespielt haben muss, lest ihr zwischen den folgenden Zeilen.

Angefangen mit dem gleichen platzschaffenden Start wie seine Vorgänger.
Ihr seid natürlich Link, ein überaus offener, vielleicht ordentlich naiver und in Skyward Sword erstmals überraschend charismatischer junger Mann, und müsst euch im noch nicht so trauten Heim orientieren und eure Freunde auf der Knight-Academy, in der ihr trainiert, kennenlernen. Schnell findet ihr heraus, dass ihr euch auf einer schwebenden Insel namens Skyloft befindet, anstatt wie in allen übrigen Titeln auf dem Erdboden. Der Boden nämlich, ist für die Bürger (darunter größtenteils Krieger, Gelehrte und Händler) Skylofts bloß eine Legende.
Neues Zeug also, selbst für den zeldaerfahrenen Spieler. Erfreulich.
Was Skyward Sword fast ab Minute 1 zusätzlich sympathisch macht, ist die Tatsache, dass ihr Zelda, die sonst viel zu sehr versteckt oder unerreichbar wirkt, sehr nahe steht. Link ist in dieser Zeit ihr vertrauter Freund, ihr Kumpel und ... nicht-so-heimlicher Schwarm. Und dies wird euch von der zuckersüßen Geschichte stets auf die Nase gebunden - Links und Zeldas vorherbestimmte Romanze und der Beginn einer schönen Zukunft ohne größere Sorgen.
Aber natürlich kommt es ganz anders und viel umständlicher als auf diese Art. Ihr werdet mit einem verschwörerischen Dämonen-Lord und einer schicksalsträchtigen Aufgabe konfrontiert, erlebt wie sich Fauna und Flora den Entwicklungen eurer Reise ausgeliefert präsentiert und auch wie Links alte wie neue Bekanntschaften und Freunde gemeinsam mit ihm wachsen und nach ihrem Schicksal suchen. Und dies auf eine erstaunlich inspirierende Weise, wie es Zelda in der arg persönlichen Form noch nie preisgab. Ihr werdet begeistert sein.

Natürlich weiß Chefproduzent Miyamoto, dass er bei all dem Spaß, den er mit neuen Formeln und neuer Kampfausrüstung, die er sich mit jedem neuen Spiel so ausdenken kann, auch bei dem Erfolgsprinzip bleiben muss, das der Fandom von ihm verlangt. Overworld, Dungeons, unerforschte Gebiete mit zunächst verschlossenen Hintergründen und dutzende Sidequests, die durch ein wiederholtes überzeugendes "Helping people feels good" (Originalzitat) einen guten Menschen aus einem machen könnten, wenn man sich ein bisschen davon beflügeln lässt, finden sich wie eh und je im Spiel wieder. Nur ein Banause würde eine fehlende Abänderung dieses Prinzips verteufeln.
Natürlich darf in der Tradition auf Links 50 Spielstunden-umfassender Reise auch kein temperamentvoller Helfer fehlen. In den vergangenen Spielen hatte man stets Feen und andere magische Wesen an seiner Seite, die mit Rat und Tat mithalfen jedwede Bosstaktiken und Gemeinheiten zu durchschauen. In Skyward Sword übernimmt eine göttliche Abgesandte diese Rolle, was jedoch eine Neuheit darstellt. Leider kann ich im selben Atemzug mit Bestimmtheit behaupten, dass sämtliche gute Erwartungen seit dem ersten Teaser auf der E3 2010 den Bach hinunterliefen. Fi, so ihr Name, entpuppt sich als unspektakulär und leider gewollt maschinell, sowohl in  ihrer Redensweise, als auch ihren Handlungen. Selbst der ansehnliche Balletttanz, den sie zu Links jedes Mal aufs Neue ergreifender Harfenmusik auszuüben pflegt, ändert nichts an der Tatsache, dass Fi der größte Minuspunkt des Spiels ist - da war gefühlt eindeutig mehr Persönlichkeit drin, allein vorgelegt durch ihr großartiges Design.

Design ist neben der Musik nämlich die geringste Sorge des Spielers. Ihr werdet mit einem neuen Animationsstil vertraut gemacht, der nicht eine Sekunde unpassend wirkt. The Legend of Zelda: Skyward Sword lässt euch an skurrilen und aberwitzigen Abenteuern, Persönlichkeiten mit entsprechenden Outfits, und tausenden Details teilhaben, die den Preis für den Neukauf aber sowas von rechtfertigen, dass ihr hinterher reumütig darüber nachdenkt, warum ich den 50 €-Schein nicht in Geschenkpapier verpackt an der Kasse übergeben habt.
Denn zu so jemandem wird man in Zelda gemacht. Ihr seid dankbar für diese Kunst und die erlebten Stunden vor dem Fernseher - etwas, dass man über wenige Spiele und vorallem Reihen behaupten kann, denn wenn man darüber nachdenkt - und jetzt schweife ich sehr ab - ist so gut wie jede Zeit vor dem Fernseher verschwendete Zeit, wenn man doch vor der Haustür hundertmal schönere Abenteuer erleben kann, die kein Mensch auf der Weltzu teilen vermag.

Skyward Sword ist also ein wahnsinnig schönes, grenzenübergreifendes, Menschen verbindendes Spiel, das im Vergleich zu seinen Ahnen wie Ocarina of Time und Twilight Princess (um die Spitze des Eisbergs zu nennen) vielleicht nicht besser abschneidet, jedoch aber als wiederholt angenehm neu und erfrischend, die Funktionen und Vorteile der Wii smart und bemerkenswert nutzend.
Auch wenn der Schwierigkeitsgrad ein Stück weit anspruchslos für meine Verhältnisse war (ab und an hatte es jedoch seine frustrierenden Momente) und die toll aufgebaute Welt in nicht hundertprozentig umreissenden Gegenden (aber nach oben genannten Zelda-Spielen ist dieser Vergleich unangebracht) endeten, waren vollkommen neue Kniffe und Lösungen für abstrakte Aufgaben und Dungeons dabei, die eine richtig herzerwärmende Story in eine unterhaltsame (so witzig wie diesmal war das Franchise noch nie) und tragisch-schöne Schicksalsreise für die legendenumwobenen Helden münden lassen.

Absolute Kaufempfehlung! Eine weitere Meisterleistung aus dem Hause Nintendo. Ein Meilenstein, ein Blockbuster. Unvergesslich, mitreissend, rührend, wunderschön und selbst nach all den Jahrzehnten originell.

StrawHat
(hatte keinen benötigten Wii-Motion-Plus-Controller und musste kurz nach erstem Einschalten wieder aus dem Haus,  um einen zu holen)
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LINKS:  (lol)

TRAILER: http://youtu.be/yMewHJcqXYE

Mittwoch, 30. November 2011

2.27 SNOWBOARD KIDS (N64)


Atlus .... Racdym ....
Die Namen der Entwickler und Publisher ziehen an einem vorbei, das merkante N64-Symbol, in vielen Games äußerst kreativ dargestellt, findet gar keinen Platz dieses relativ unbeachtete Rennspiel zu eröffnen.
Unbeachtet und kaum geschätzt - Snowboard Kids gilt als einer der vielen Mitreisenden am wahnsinnig erfolgreichen Mario Kart-Zug. Verständlich, das Prinzip ist schließlich immer dasselbe - ob nun in Karts oder auf den Boards.
Trotzdem schafften es die flinken Charaktere, Jungs und Mädchen um die 10 bzw. 11 Jahre alt, 1998 in mein Herz zu schlittern - damals, als das Lenken mit den unhandlichen N64-Controllern an meiner Tagesordnung stand.

Goldene Videospielzeiten, an die heutige Spieler mit Tränen in den Augen zurückdenken. Animationstechniken, die damals noch nicht verwendet wurden (oder werden konnten), wurden schlicht durch Kopfkino ersetzt und da ich immer schon ein kreativer Kopf war, war es ein Leichtes zur eigentlich recht flachen Story - dem schlichten Entscheid, wer das beste Snowboard Kid ist - in Nullkommanix eine halbe Soap-Opera  dazu zu dichten. Lediglich neun Rennstrecken und sechs Charaktere waren für jenen Spaß notwendig - Slash, Nancy, Linda, Tommy, Shinobin und allen voran mein Liebling NYC-Rapperboy Jam beeinflussten durch reine sternchenunterlegte Superstunts und Jubelschreie über Abschüsse meine Kinderzeit immens, brachten mich schließlich auf mein großes - wenn auch in den letzten Jahren zurückgeschraubtes - Hobby, Snowboarding.
Doch ganz so chaotisch entwickelte sich der reale Pistenspaß natürlich nicht - auch wenn sich der Kindergeist sowas natürlich vorstellt, wenn nicht wünscht. Snowboard Kids ist allem voran nämlich ein Partyracer, bei dem unfaire Waffen den führenden Boardern gegenüber natürlich tief fliegen - verlangsamende Geister oder Bratpfannen, Steine (Mann, wie gemein) und eiskalte Eisschüsse, die den Vordermann in einen geradeaus fahrenden Schneemann verwandeln - der nächsten Wand hilflos ausgeliefert! Klar liegen Vergleiche zu erfolgreicheren Spielen in eben diesem Genre auf der Hand - aber kann man nicht einmal ein Auge zudrücken? Snowbow Kids (jap. Titel) schaffte es immerhin zu einem Sequel, welches ich Jahre später anspielen durfte (mich aber, ich gebs zu, maßlos enttäuschte).
Solche Trivialitäten trüben meine Meinung über das Original jedoch selbstverständlich nicht - zu gut ist die Erinnerung an das Herabheizen weißer Hänge, grüner Wiesen (ja tatsächlich) und schwach beleuchteter schwarzer Pisten.

Auch die positiv peitschende Musik schwingt nach wie vor im Geiste nach - Musik, die sich nach dem vierten oder fünten Durchspielen (quasi das Bezwingen des merkwürdig ausgegrenzten Ninjas Shinobin, der - ohne Spaß - auf einem Messer boardet) in eine breite Wucht an Ohrwürmern verwandelt, einen weiteren Umstand, den ich vorallem als Kind nur umarmen wollte. Man kann also festhalten, dass mein Hang zur musikalischen Untermalung direkt von den Spielen des Sega Mega-Drive auf die großen Kinder der neuen Generation von Konkurrent Nintendo überlief. Ich hoffe, diese Geschichte führt mich eines Tages zu einem Beruf, für den ich mich richtig interessiere und in dem ich mich kreativ ausleben kann.

Sollte es dazu kommen, ist der großen Polygonschlacht Snowboard Kids mit all seinem lieblichen Details, wie u.a. den Kamikaze-Pinguinen, eine große Rolle meiner Karriere zuzuordnen.
Spiele wie diese haben mich geprägt, zum Lachen gebracht und beschäftigt, und dies zu einer Zeit, in der es mir mental und zwischenmenschlich eigentlich gar nicht so gut ging. Dies ist der Grund, warum ich sie hier vorstellen will.

Wann immer ihr also einen Nintendo 64 unter der Couch hervorkehrt und auf Flohmärkten dieses Cartridge nachgeschmissen bekommt - ich glaube nicht, dass das passieren wird - haut ihn rein und lasst euch von Krebs-erregenden Farben und lauten Soundfiles beschallen. Ihr werdet niemals so eine großartige Zeit mit dem Spiel haben wie ich, denn, wie gesagt, Kopfkino war alles was ich für diese wertvollen Stunden brauchte.

StrawHat
(hat nichts von den tollen Stuntkombinationen erzählt, die das Spiel erst RICHTIG spaßig machten)
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OPENING: http://youtu.be/qd6Rydp9WPE

Samstag, 19. November 2011

2.26 BATMAN: ARKHAM CITY (PS3)



Kommen wir also zu einem wesentlich aktuelleren Titel, auch wenn dieses Adjektiv zu Zeiten wie diesen eine wirklich kurzlebige Bedeutung hat - in diesem November erscheinen richtig groß angepriesene Titel, und Fortsetzungen von Reihen, die sich bereits bestens verkauften.
Seit dem Frühjahr 2011, einer Zeit zu der Strawpinion tiefen Winterschlaf hielt, quält die Gaming-Welt der überaus schmackhafte Trailer von Arkham City, Batmans nächstem großen Superschurkenfest nach dem großartigen Action-Adventure Arkham Asylum.
Wenn man sich Bruce Waynes verstecktes Equipment zunutze macht und sich ein Stück näher als üblich an das Spiel heranschleicht und -zoomt, merkt man, dass es viel mehr zu sagen gibt als selbst mehrseitige Artikel großer Kritiker hergeben könnten.
Und genau das werden wir jetzt tun.
Welcome to the Batcave!

... würde ich jetzt sagen, wenn man tatsächlich nochmal die Chance bekommen hätte, dort hinzukommen. Aber so nett ist Dr. Hugo Strange, Verantwortlicher von Arkham City und Mit-Hauptschurke, nicht. Anfangs sieht es nämlich ziemlich übel für Batman aus, und das will nach der fehlgeschlagenen Inhaftierung des Jokers in der berüchtigten Arkham Asylum-Anstalt in Teil 1 wirklich etwas heißen. In Arkham City nämlich ist Waynes dunkles Alter-Ego höchstselbst der Gefangene im gesetzlosen Stadtteil von Gotham, in dem die Bösen ihre Turfs besetzen und mit ihren großen Nummern aufspielen, die aus Comics, Serien und Filmen allen bestens bekannt sein müssten.
Sehr positiv ist natürlich die Vielzahl an Villains, denen man sich ausgesetzt sieht. Große Namen wie der Pinguin, Two-Face, Mad Hatter und Mr. Freeze tummeln sich hier und verpassen der Fledermaus eine Breitseite nach der anderen.
Großartig animiertes Fanfutter ist also die Hauptattraktion der Programmierer, und genau das ist es was man auch erntet. Denn obschon die Story wahnwitzig und bahnlos aus der Reihe schlägt, wird man bis zu diesem Zeitpunkt wohl kein besseres Superheldenspiel finden - außer den Vorgänger natürlich, auf den ich viel halte.

Aber Arkham City wusste, womit es sich anlegt, verteilt seine großen Momente quer über das Spiel um die Illusion eines fast perfekten Spiels aufrecht zu halten. Doch ab der Hälfte und dem nonchalanten Entfernen von Two-Face aus der Hauptgeschichte, merkt man, dass Arkham City etwa so sehr krankt wie der Protagonist in der Story selbst. Die rote Linie, die den Vorgänger (und somit den Maßstab) bestens zusammen gehalten hat, wird einem verwaschen hingespuckt und mit Tafelkreide übermalt. Man selber kann nur verzweifelt versuchen mit den Bösen mitzuhalten und ihnen bei all den starken Hindernissen genau so stark eine zu verpassen, dass Batman sie nicht um die Ecke bringt (was einige dieser Teufel wirklich verdient hätten), sondern sie nur sanft ausschaltet um sie einem Richter vorzuführen, bloß um keine Gewissensbisse zu bekommen und in kein zusammenfallendes Ego-Universum abzudriften.
Gut gemeint, Batman. Aber in all dem ganzen Schlamassel vielleicht eine Spur nicht nachvollziehbar genug. Könnte aber an mir und meinem Unwissen dem Geist hinter der Serie gegenüber liegen.

Was das Spiel jedoch eindeutig auszeichnet ist die Umsetzung der eben erwähnten altbekannten Schurken. Introduction, Fights - alles sitzt, auch wenn da und dort eindeutig an Screentime für einzelne Characters gespart wurde. Wie kommt es, dass Harvey Dent wirklich bloß zu Catwomans (ebenfalls spielbar) Angelegenheit wird? Warum sind manche Gegner bloß Futter für 25-30 Minuten?
Wieso geht es nicht recht in die Tiefe wie es Arkham Asylum tat? Liegt es an der Abwesenheit von Scarecrow? Sind die Eastereggs, wie kleine Hinterlassenschaften vieler Feinde, zu trivial und rar?
Und warum ist Batman so freundlich zu seinen Gegnern?
Die Antworten auf diese Fragen führen bloß zu mehr Fragen und all das schwimmt einen richtig dicken Strom entlang, mündet in eine gewisse Unzufriedenheit, mit der man das Spiel schließlich abschließt - auch wenn das Ende .. wirklich ... großes Kino ist. Alleine dafür lohnt sich der Kauf, aber welchem zahlenden Kunden erzählt man so ein Argument schon?

All das zusammengefasst, muss man dem Spiel (das als neues PS3-Spiel immerhin einen richtig satten Kaufpreis mit sich bringt) wirklich vorhalten, dass es nicht unbedingt hält was es verspricht - nicht, wenn man, wie die Meisten, Arkham Asylum gespielt hat und weiß was von Anfang an drin war.
Trotzdem ist es jeden Euro wert. Ihr bekommt genug in die Hände, dass es für eine halbe Woche Nonstop-Zocken reicht. Arkham City mag geographisch vielleicht kein Panau sein, aber der Riddler hat jede Ecke mit kleinen Rätseln versehen um selbst dem erfahrensten Detektiven die eine oder andere Herausforderung vorzusetzen. Herausforderungen gelten auch für Batmans Ausrüstung, die leider ebenfalls keine bahnbrechenden Upgrades feiert.

Extras, wie Catwomans kleines Abenteuer mit Two-Face, haben sie erschreckend abgestumpft und kurz gehalten. Viel mehr als das wirklich wunderschöne, aber an vielen Stellen zu eingesparte, jedoch originelle und fordernde, Hauptspiel gibt es also nicht zu bewerten.

Arkham City ist die Spitze von dem was Batman in seiner besten Form hergeben kann und weniger.

StrawHat
(ist vom Ende nach wie vor wie vom Donner gerührt)
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LINKS:

BATMAN: ARKHAM CITY GAMEPLAY TRAILER: http://youtu.be/-V1ZF5cNYCs

Mittwoch, 16. November 2011

2.25 UNCHARTED 2: AMONG THIEVES (PS3)



Wow, wer hätte gedacht, dass echt ein ganzes Jahr vergehen muss um mich Schnarchnase zur Fortsetzung von Uncharted: Drake´s Fortune auf Strawpinion zu bringen.
Ja, richtig gelesen: Genau vor einem Jahr erschien mein Eintrag zum wohl erfolgreichsten Geheimtipp der letzten Jahre, dass mit Uncharted 3 diesen Monat das zweite fulminante Sequel feiert und über einen Geheimtippstatus weit hinausschießt, tatsächlich bei den Top-Verkaufszahlen mitmischt.
Doch um zu dieser wesentlich aktuelleren Sache kommen, müssen wir uns erst mit dem äußerst vielseitigen zweiten Teil herumschlagen, den ich zur besseren Wiedergabe (und weil so ein verdammt gutes Spiel eigentlich öfter gespielt gehört) einfach noch mal durchgezockt habe.
Hab ich doch gern gemacht.

Wer also mit der Storyentwicklung und dem stark zusammengebauten Gameplay im ersten Teil zufrieden war, der muss - muss - hier zugreifen.
Uncharted 2: Among Thieves beschreibt nämlich auf noch spannendere Weise das grafisch stark erweiterte Abenteuer von Nathan Drakes anstrengender Reise von einem türkischen Museum bis in die hohen Berge Nepals, auf den Spuren Marco Polos Flotte, die gegen Ende des 13. Jahrhunderts spurlos verschwand. Der mehrstündige Spielspaß wird von Rätseln und interessanten Schusswechseln durchfressen, das Kinogefühl selbst nach vielen Minuten ohne Cutscene wach und mitreißend gehalten.
Auch uralte Ideen wie das halb-schleichende, halb-kämpfende Vorwärtskommen auf einem fahrenden Zug wird von Entwickler Naughty Dog in ein völlig neuwertiges Spielgefühl verwandelt. Mit einstürzenden Hotels und eisigen Wanderungen durch Gletscher passiert so viel unerwartetes Zeug, dass man beim Abspann zufrieden den Controller aus der Hand legt und nur applaudieren, oder vor Freude weinen, will.

Der unheimlich umfassende Plot macht einen mit neuen Freunden und Feinden vertraut, begeht jedoch nicht den tückischen Fehler das Gefühl um den Umgang mit den Alten einfach aus dem Spiel zu nehmen. Dialoge und Auseinandersetzungen sind herrlich glaubhaft und auf höchstem Hollywood-Niveau - es ist eine Schande, dass Mark Wahlberg in den nächsten Jahren die Chance bekommt seinen eigenen Drake auf die Beine zu stellen und zu spielen - Meisterwerke wie die Uncharted-Reihe sollten unangetastet bleiben. Natürlich ist das, wie schon so oft gepredigt, unmöglich, bei all den sabbernden Drehbuchschreibern da draußen. Das Franchise ist einfach gefundenes Fressen. Genau wie Kane & Lynch.

Nutzt also die verbleibenden Jahre, bis mit Uncharted etwas Ähnliches passiert wie mit Tomb Raider nach Angelina Jolie - es gibt so viele riesige Hallen mit ansehnlichen Spiegel-Rätseln zu beklettern und Katakomben zu durchwaten, bei deren Anblick Indiana Jones vor Freude heulen würde, so viel über interkulturelle Verständigungsprobleme zu lachen, dass man den medialen Stimmen aller Welt - Uncharted 2 sei eines der besten Spiele aller Zeiten - johlend beipflichten möchte.
Ihr spielt euch buchstäblich schwindlig. Und wenn ihr euch ausgedreht habt, wollt ihr nur eine neue Runde durch diesen Wahnsinntrip drehen.
Alles was Games wie Call of Duty verlockend macht, quasi die einzig guten Seiten einer überbewerteten Reihe, wie die großartig dargestellten einstürzenden Gebäude und der pulsierende urbane Terror, findet sich hier schwachpunktfrei übersetzt, ohne auch nur Bruchteile davon kindergerecht wirken zu lassen.

Über den Multiplayer kann ich leider wenig sagen - ich kam nie dazu, ihn zu kosten. Etwas, das ich bei der Fortsetzung bereits erfolgreich überwunden habe - das Online-Play wird dem Standart Winter 2011 gerecht, man kann wirklich sagen, es geht stets aufwärts. Somit kann man davon ausgehen, dass 2009, beim Erscheinen von Among Thieves im Mehrspieler schon richtige Ansätze gemacht wurden.

Ja, Naughty Dog hat sich da eine Goldgrube gezüchtet. Irgendein Gen war von Anfang an in der Suppe, irgendein Geburtsglück gegeben, dass dieses Franchise nach Jahren erneut zu, fast, dem Blockbuster des Jahres macht.
Ob diese Meinung und die Erwartungshaltung dem dritten Teil stand hält, werdet ihr demnächst von mir um die Ohren gehauen bekommen.

Bis dahin gilt:

Play that fucking game!

StrawHat
(oder ihr erfahrt es erst in einem Jahr)
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LINKS:


UNCHARTED 2 TRAILER: http://youtu.be/69EBDlnDw2k

Mittwoch, 9. November 2011

1.22.1 Oasis - (What´s The Story) Morning Glory ?


Eine berüchtigte Band, ein berühmtes Album.
Im Herbst 1995 erschien die zweite Studioscheibe von Oasis, gezogen von ganzen sechs Single-Zugpferden, die allesamt selbst nach Jahren großen Anklang in der Welt finden - Don´t look back in anger, Wonderwall, Some might say und Champagne Supernova beispielsweise, sind auch noch 2011 Stammgäste auf guten Radiosendern. Zu recht, denn was die von drei außerordentlichen Musikern unterstützten Gebrüder Gallagher damals raushauten, rockt, schnulzt und macht vorallem Spaß. Eine stilistische Steilkurve hinsichtlich zum Vorgängeralbum aber, das sie immerhin bekannt machte.
Was (What´s the Story) Morning Glory ? auszeichnet und wie und warum ich es für mich entdeckte, erzähle ich folgender Strawpinion:

Noel Gallaghers musikalische Bandbreite ist also nach dem Britpop-War in den 90ern und dem steten Auftauchen in verschiedenen Projekten sicherlich kein Geheimnis. Eindeutig ist auch, dass dieses Album das große Sprungbrett war. Oben genannte Auskopplungen gehen ins Ohr und halten sich dort gekonnt fest. Die feinfühlige Kombination vom Gesang der Brüder mit den von Noel perfektionierten Riffs und den passenden Schlagzeugeinlagen trieb schon so manchem Hörer Tränen in die Augen, so auch Bandkollege Paul Arthurs.
Dass der Name des Künstlers neben sanften Gefühlen, die noch vorsichtiger widergegeben wurden, auch Phrasen wie etwa "people with a temper" verbindet, hängt mit der außerordentlich schwierigen Beziehung zu seinem kleinen Bruder Liam zusammen - die beiden haben sich Medien zufolge schon zig Male in die Haare bekommen. So auch während der Produktion dieses bestechend chicen Rock-Albums. Man muss sich vorstellen: selbst die Entscheidung, wer die Vocals vom Superhit Wonderwall bekommt, ließ die Gemüter hochheizen und nur Liams Interpretation schließlich, leistete genug Überzeugungsarbeit für Noel, dass dieser sich am Ende überreden ließ. Eine brüderliche Freundschaft auf Musikbasis also - das musste irgendwann böse enden.

All dieses Gequatsche und Gekämpfe findet sich beim Durchlaufen des Albums schnell in den Schatten gestellt. Die gemütlich-rockige Masche, die Oasis durchzieht, schafft genug Phantasieblase um eine gut gelaunte Gruppe, die einfach nur Spaß an ihrer Musik hat, vorstellbar zu machen.
Neben unterstützenden Kritiken wurden aber auch Stimmen laut, die in den musikalischen Werken von Oasis eine Prise zu viel Beatles bemerkten - Einfluss der natürlich von Anfang an auf der Hand lag. While my guitar gently weeps oder Lennons Song Imagine sind einigen Nummern angeblich erstaunlich ähnlich, sogar ein Stevie Wonder findet eine originaltreue Kopie im Song Step out, der schließlich vor Veröffentlichung des Albums entfernt wurde.

(What´s the Story) Morning Glory ? begleitet mich schon ein gutes Jahrzehnt, war quasi damals schon eine alte Schachtel. Der Berliner bzw. Nürnberger Radiosender Star FM spielte Don´t look back in anger neulich ein mal zu oft - nach all den Jahren, in denen ich den Song kennen und schätzen gelernt habe, musste das Album also her. Und ich bin tatsächlich höchst zufrieden mit dieser Entscheidung. Roll with it, Cast no shadow und auch Hello bieten so viel Power, dass man auf die am Album gut verteilten Verkaufshits fast vergisst. Selbst die unbetitelten Einblicke in Jam-Sessions der Band, Tracks die mehr wie ein Amazon-"Reinhören" wirken als sonst was, machen Spaß.
Und unterm Strich ist das Oasis´ Werk heutzutage ein Klassiker, der für den britischen Pop- und Alternative Rock eine ordentliche Basis schuf und wegweisend war für große Bands des neuen Jahrtausends, wie .. äh .. etwa diesen Herren hier.

Die eigentliche Entscheidung mir Noel Gallaghers Historie mal näher anzusehen, kam aber nach dem guten Auftritt seiner aktuellen Band Noel Gallagher´s High Flying Birds bei ProSiebens Schlag den Raab. Wenn man dem Mann zuhört, der die Karriere der Band im Jahr 2009 endgültig beendete, erkennt man schnell, dass er ein alleine auch ein Großer ist. Seine aggressive Attitüde, die zu den selbst geschriebenen Songs wirklich oft im Kontrast steht, macht alles für mich nur interessanter. Daher freue ich mich auf eine kommende gute Zeit mit der Vielzahl an Alben von Oasis.  
Blur hatte nämlich letztens seine Chance, aber mehr als die klassischen Hammersingles, brachte mich einfach nicht zum Sabbern.
Nun, ich komme an meinen Brit-Rock. Dafür sorge ich schon.

StrawHat
(umgezogen)
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TRACKLIST & HIGHLIGHTS:

01 Hello
02 Roll with it
03 Wonderwall
04 Don´t look back in anger
05 Hey now!
06 -
07 Some might say
08 Cast no shadow
09 She´s electric
10 Morning Glory
11 -
12 Champagne Supernova

LINKS:
DON´T LOOK BACK IN ANGER MUSIC VIDEO: http://youtu.be/r8OipmKFDeM