Mittwoch, 30. November 2011
2.27 SNOWBOARD KIDS (N64)
Atlus .... Racdym ....
Die Namen der Entwickler und Publisher ziehen an einem vorbei, das merkante N64-Symbol, in vielen Games äußerst kreativ dargestellt, findet gar keinen Platz dieses relativ unbeachtete Rennspiel zu eröffnen.
Unbeachtet und kaum geschätzt - Snowboard Kids gilt als einer der vielen Mitreisenden am wahnsinnig erfolgreichen Mario Kart-Zug. Verständlich, das Prinzip ist schließlich immer dasselbe - ob nun in Karts oder auf den Boards.
Trotzdem schafften es die flinken Charaktere, Jungs und Mädchen um die 10 bzw. 11 Jahre alt, 1998 in mein Herz zu schlittern - damals, als das Lenken mit den unhandlichen N64-Controllern an meiner Tagesordnung stand.
Goldene Videospielzeiten, an die heutige Spieler mit Tränen in den Augen zurückdenken. Animationstechniken, die damals noch nicht verwendet wurden (oder werden konnten), wurden schlicht durch Kopfkino ersetzt und da ich immer schon ein kreativer Kopf war, war es ein Leichtes zur eigentlich recht flachen Story - dem schlichten Entscheid, wer das beste Snowboard Kid ist - in Nullkommanix eine halbe Soap-Opera dazu zu dichten. Lediglich neun Rennstrecken und sechs Charaktere waren für jenen Spaß notwendig - Slash, Nancy, Linda, Tommy, Shinobin und allen voran mein Liebling NYC-Rapperboy Jam beeinflussten durch reine sternchenunterlegte Superstunts und Jubelschreie über Abschüsse meine Kinderzeit immens, brachten mich schließlich auf mein großes - wenn auch in den letzten Jahren zurückgeschraubtes - Hobby, Snowboarding.
Doch ganz so chaotisch entwickelte sich der reale Pistenspaß natürlich nicht - auch wenn sich der Kindergeist sowas natürlich vorstellt, wenn nicht wünscht. Snowboard Kids ist allem voran nämlich ein Partyracer, bei dem unfaire Waffen den führenden Boardern gegenüber natürlich tief fliegen - verlangsamende Geister oder Bratpfannen, Steine (Mann, wie gemein) und eiskalte Eisschüsse, die den Vordermann in einen geradeaus fahrenden Schneemann verwandeln - der nächsten Wand hilflos ausgeliefert! Klar liegen Vergleiche zu erfolgreicheren Spielen in eben diesem Genre auf der Hand - aber kann man nicht einmal ein Auge zudrücken? Snowbow Kids (jap. Titel) schaffte es immerhin zu einem Sequel, welches ich Jahre später anspielen durfte (mich aber, ich gebs zu, maßlos enttäuschte).
Solche Trivialitäten trüben meine Meinung über das Original jedoch selbstverständlich nicht - zu gut ist die Erinnerung an das Herabheizen weißer Hänge, grüner Wiesen (ja tatsächlich) und schwach beleuchteter schwarzer Pisten.
Auch die positiv peitschende Musik schwingt nach wie vor im Geiste nach - Musik, die sich nach dem vierten oder fünten Durchspielen (quasi das Bezwingen des merkwürdig ausgegrenzten Ninjas Shinobin, der - ohne Spaß - auf einem Messer boardet) in eine breite Wucht an Ohrwürmern verwandelt, einen weiteren Umstand, den ich vorallem als Kind nur umarmen wollte. Man kann also festhalten, dass mein Hang zur musikalischen Untermalung direkt von den Spielen des Sega Mega-Drive auf die großen Kinder der neuen Generation von Konkurrent Nintendo überlief. Ich hoffe, diese Geschichte führt mich eines Tages zu einem Beruf, für den ich mich richtig interessiere und in dem ich mich kreativ ausleben kann.
Sollte es dazu kommen, ist der großen Polygonschlacht Snowboard Kids mit all seinem lieblichen Details, wie u.a. den Kamikaze-Pinguinen, eine große Rolle meiner Karriere zuzuordnen.
Spiele wie diese haben mich geprägt, zum Lachen gebracht und beschäftigt, und dies zu einer Zeit, in der es mir mental und zwischenmenschlich eigentlich gar nicht so gut ging. Dies ist der Grund, warum ich sie hier vorstellen will.
Wann immer ihr also einen Nintendo 64 unter der Couch hervorkehrt und auf Flohmärkten dieses Cartridge nachgeschmissen bekommt - ich glaube nicht, dass das passieren wird - haut ihn rein und lasst euch von Krebs-erregenden Farben und lauten Soundfiles beschallen. Ihr werdet niemals so eine großartige Zeit mit dem Spiel haben wie ich, denn, wie gesagt, Kopfkino war alles was ich für diese wertvollen Stunden brauchte.
StrawHat
(hat nichts von den tollen Stuntkombinationen erzählt, die das Spiel erst RICHTIG spaßig machten)
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OPENING: http://youtu.be/qd6Rydp9WPE
Samstag, 19. November 2011
2.26 BATMAN: ARKHAM CITY (PS3)
Kommen wir also zu einem wesentlich aktuelleren Titel, auch wenn dieses Adjektiv zu Zeiten wie diesen eine wirklich kurzlebige Bedeutung hat - in diesem November erscheinen richtig groß angepriesene Titel, und Fortsetzungen von Reihen, die sich bereits bestens verkauften.
Seit dem Frühjahr 2011, einer Zeit zu der Strawpinion tiefen Winterschlaf hielt, quält die Gaming-Welt der überaus schmackhafte Trailer von Arkham City, Batmans nächstem großen Superschurkenfest nach dem großartigen Action-Adventure Arkham Asylum.
Wenn man sich Bruce Waynes verstecktes Equipment zunutze macht und sich ein Stück näher als üblich an das Spiel heranschleicht und -zoomt, merkt man, dass es viel mehr zu sagen gibt als selbst mehrseitige Artikel großer Kritiker hergeben könnten.
Und genau das werden wir jetzt tun.
Welcome to the Batcave!
... würde ich jetzt sagen, wenn man tatsächlich nochmal die Chance bekommen hätte, dort hinzukommen. Aber so nett ist Dr. Hugo Strange, Verantwortlicher von Arkham City und Mit-Hauptschurke, nicht. Anfangs sieht es nämlich ziemlich übel für Batman aus, und das will nach der fehlgeschlagenen Inhaftierung des Jokers in der berüchtigten Arkham Asylum-Anstalt in Teil 1 wirklich etwas heißen. In Arkham City nämlich ist Waynes dunkles Alter-Ego höchstselbst der Gefangene im gesetzlosen Stadtteil von Gotham, in dem die Bösen ihre Turfs besetzen und mit ihren großen Nummern aufspielen, die aus Comics, Serien und Filmen allen bestens bekannt sein müssten.
Sehr positiv ist natürlich die Vielzahl an Villains, denen man sich ausgesetzt sieht. Große Namen wie der Pinguin, Two-Face, Mad Hatter und Mr. Freeze tummeln sich hier und verpassen der Fledermaus eine Breitseite nach der anderen.
Großartig animiertes Fanfutter ist also die Hauptattraktion der Programmierer, und genau das ist es was man auch erntet. Denn obschon die Story wahnwitzig und bahnlos aus der Reihe schlägt, wird man bis zu diesem Zeitpunkt wohl kein besseres Superheldenspiel finden - außer den Vorgänger natürlich, auf den ich viel halte.
Aber Arkham City wusste, womit es sich anlegt, verteilt seine großen Momente quer über das Spiel um die Illusion eines fast perfekten Spiels aufrecht zu halten. Doch ab der Hälfte und dem nonchalanten Entfernen von Two-Face aus der Hauptgeschichte, merkt man, dass Arkham City etwa so sehr krankt wie der Protagonist in der Story selbst. Die rote Linie, die den Vorgänger (und somit den Maßstab) bestens zusammen gehalten hat, wird einem verwaschen hingespuckt und mit Tafelkreide übermalt. Man selber kann nur verzweifelt versuchen mit den Bösen mitzuhalten und ihnen bei all den starken Hindernissen genau so stark eine zu verpassen, dass Batman sie nicht um die Ecke bringt (was einige dieser Teufel wirklich verdient hätten), sondern sie nur sanft ausschaltet um sie einem Richter vorzuführen, bloß um keine Gewissensbisse zu bekommen und in kein zusammenfallendes Ego-Universum abzudriften.
Gut gemeint, Batman. Aber in all dem ganzen Schlamassel vielleicht eine Spur nicht nachvollziehbar genug. Könnte aber an mir und meinem Unwissen dem Geist hinter der Serie gegenüber liegen.
Was das Spiel jedoch eindeutig auszeichnet ist die Umsetzung der eben erwähnten altbekannten Schurken. Introduction, Fights - alles sitzt, auch wenn da und dort eindeutig an Screentime für einzelne Characters gespart wurde. Wie kommt es, dass Harvey Dent wirklich bloß zu Catwomans (ebenfalls spielbar) Angelegenheit wird? Warum sind manche Gegner bloß Futter für 25-30 Minuten?
Wieso geht es nicht recht in die Tiefe wie es Arkham Asylum tat? Liegt es an der Abwesenheit von Scarecrow? Sind die Eastereggs, wie kleine Hinterlassenschaften vieler Feinde, zu trivial und rar?
Und warum ist Batman so freundlich zu seinen Gegnern?
Die Antworten auf diese Fragen führen bloß zu mehr Fragen und all das schwimmt einen richtig dicken Strom entlang, mündet in eine gewisse Unzufriedenheit, mit der man das Spiel schließlich abschließt - auch wenn das Ende .. wirklich ... großes Kino ist. Alleine dafür lohnt sich der Kauf, aber welchem zahlenden Kunden erzählt man so ein Argument schon?
All das zusammengefasst, muss man dem Spiel (das als neues PS3-Spiel immerhin einen richtig satten Kaufpreis mit sich bringt) wirklich vorhalten, dass es nicht unbedingt hält was es verspricht - nicht, wenn man, wie die Meisten, Arkham Asylum gespielt hat und weiß was von Anfang an drin war.
Trotzdem ist es jeden Euro wert. Ihr bekommt genug in die Hände, dass es für eine halbe Woche Nonstop-Zocken reicht. Arkham City mag geographisch vielleicht kein Panau sein, aber der Riddler hat jede Ecke mit kleinen Rätseln versehen um selbst dem erfahrensten Detektiven die eine oder andere Herausforderung vorzusetzen. Herausforderungen gelten auch für Batmans Ausrüstung, die leider ebenfalls keine bahnbrechenden Upgrades feiert.
Extras, wie Catwomans kleines Abenteuer mit Two-Face, haben sie erschreckend abgestumpft und kurz gehalten. Viel mehr als das wirklich wunderschöne, aber an vielen Stellen zu eingesparte, jedoch originelle und fordernde, Hauptspiel gibt es also nicht zu bewerten.
Arkham City ist die Spitze von dem was Batman in seiner besten Form hergeben kann und weniger.
StrawHat
(ist vom Ende nach wie vor wie vom Donner gerührt)
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LINKS:
BATMAN: ARKHAM CITY GAMEPLAY TRAILER: http://youtu.be/-V1ZF5cNYCs
Mittwoch, 16. November 2011
2.25 UNCHARTED 2: AMONG THIEVES (PS3)
Wow, wer hätte gedacht, dass echt ein ganzes Jahr vergehen muss um mich Schnarchnase zur Fortsetzung von Uncharted: Drake´s Fortune auf Strawpinion zu bringen.
Ja, richtig gelesen: Genau vor einem Jahr erschien mein Eintrag zum wohl erfolgreichsten Geheimtipp der letzten Jahre, dass mit Uncharted 3 diesen Monat das zweite fulminante Sequel feiert und über einen Geheimtippstatus weit hinausschießt, tatsächlich bei den Top-Verkaufszahlen mitmischt.
Doch um zu dieser wesentlich aktuelleren Sache kommen, müssen wir uns erst mit dem äußerst vielseitigen zweiten Teil herumschlagen, den ich zur besseren Wiedergabe (und weil so ein verdammt gutes Spiel eigentlich öfter gespielt gehört) einfach noch mal durchgezockt habe.
Hab ich doch gern gemacht.
Wer also mit der Storyentwicklung und dem stark zusammengebauten Gameplay im ersten Teil zufrieden war, der muss - muss - hier zugreifen.
Uncharted 2: Among Thieves beschreibt nämlich auf noch spannendere Weise das grafisch stark erweiterte Abenteuer von Nathan Drakes anstrengender Reise von einem türkischen Museum bis in die hohen Berge Nepals, auf den Spuren Marco Polos Flotte, die gegen Ende des 13. Jahrhunderts spurlos verschwand. Der mehrstündige Spielspaß wird von Rätseln und interessanten Schusswechseln durchfressen, das Kinogefühl selbst nach vielen Minuten ohne Cutscene wach und mitreißend gehalten.
Auch uralte Ideen wie das halb-schleichende, halb-kämpfende Vorwärtskommen auf einem fahrenden Zug wird von Entwickler Naughty Dog in ein völlig neuwertiges Spielgefühl verwandelt. Mit einstürzenden Hotels und eisigen Wanderungen durch Gletscher passiert so viel unerwartetes Zeug, dass man beim Abspann zufrieden den Controller aus der Hand legt und nur applaudieren, oder vor Freude weinen, will.
Der unheimlich umfassende Plot macht einen mit neuen Freunden und Feinden vertraut, begeht jedoch nicht den tückischen Fehler das Gefühl um den Umgang mit den Alten einfach aus dem Spiel zu nehmen. Dialoge und Auseinandersetzungen sind herrlich glaubhaft und auf höchstem Hollywood-Niveau - es ist eine Schande, dass Mark Wahlberg in den nächsten Jahren die Chance bekommt seinen eigenen Drake auf die Beine zu stellen und zu spielen - Meisterwerke wie die Uncharted-Reihe sollten unangetastet bleiben. Natürlich ist das, wie schon so oft gepredigt, unmöglich, bei all den sabbernden Drehbuchschreibern da draußen. Das Franchise ist einfach gefundenes Fressen. Genau wie Kane & Lynch.
Nutzt also die verbleibenden Jahre, bis mit Uncharted etwas Ähnliches passiert wie mit Tomb Raider nach Angelina Jolie - es gibt so viele riesige Hallen mit ansehnlichen Spiegel-Rätseln zu beklettern und Katakomben zu durchwaten, bei deren Anblick Indiana Jones vor Freude heulen würde, so viel über interkulturelle Verständigungsprobleme zu lachen, dass man den medialen Stimmen aller Welt - Uncharted 2 sei eines der besten Spiele aller Zeiten - johlend beipflichten möchte.
Ihr spielt euch buchstäblich schwindlig. Und wenn ihr euch ausgedreht habt, wollt ihr nur eine neue Runde durch diesen Wahnsinntrip drehen.
Alles was Games wie Call of Duty verlockend macht, quasi die einzig guten Seiten einer überbewerteten Reihe, wie die großartig dargestellten einstürzenden Gebäude und der pulsierende urbane Terror, findet sich hier schwachpunktfrei übersetzt, ohne auch nur Bruchteile davon kindergerecht wirken zu lassen.
Über den Multiplayer kann ich leider wenig sagen - ich kam nie dazu, ihn zu kosten. Etwas, das ich bei der Fortsetzung bereits erfolgreich überwunden habe - das Online-Play wird dem Standart Winter 2011 gerecht, man kann wirklich sagen, es geht stets aufwärts. Somit kann man davon ausgehen, dass 2009, beim Erscheinen von Among Thieves im Mehrspieler schon richtige Ansätze gemacht wurden.
Ja, Naughty Dog hat sich da eine Goldgrube gezüchtet. Irgendein Gen war von Anfang an in der Suppe, irgendein Geburtsglück gegeben, dass dieses Franchise nach Jahren erneut zu, fast, dem Blockbuster des Jahres macht.
Ob diese Meinung und die Erwartungshaltung dem dritten Teil stand hält, werdet ihr demnächst von mir um die Ohren gehauen bekommen.
Bis dahin gilt:
Play that fucking game!
StrawHat
(oder ihr erfahrt es erst in einem Jahr)
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LINKS:
UNCHARTED 2 TRAILER: http://youtu.be/69EBDlnDw2k
Mittwoch, 9. November 2011
1.22.1 Oasis - (What´s The Story) Morning Glory ?
Eine berüchtigte Band, ein berühmtes Album.
Im Herbst 1995 erschien die zweite Studioscheibe von Oasis, gezogen von ganzen sechs Single-Zugpferden, die allesamt selbst nach Jahren großen Anklang in der Welt finden - Don´t look back in anger, Wonderwall, Some might say und Champagne Supernova beispielsweise, sind auch noch 2011 Stammgäste auf guten Radiosendern. Zu recht, denn was die von drei außerordentlichen Musikern unterstützten Gebrüder Gallagher damals raushauten, rockt, schnulzt und macht vorallem Spaß. Eine stilistische Steilkurve hinsichtlich zum Vorgängeralbum aber, das sie immerhin bekannt machte.
Was (What´s the Story) Morning Glory ? auszeichnet und wie und warum ich es für mich entdeckte, erzähle ich folgender Strawpinion:
Noel Gallaghers musikalische Bandbreite ist also nach dem Britpop-War in den 90ern und dem steten Auftauchen in verschiedenen Projekten sicherlich kein Geheimnis. Eindeutig ist auch, dass dieses Album das große Sprungbrett war. Oben genannte Auskopplungen gehen ins Ohr und halten sich dort gekonnt fest. Die feinfühlige Kombination vom Gesang der Brüder mit den von Noel perfektionierten Riffs und den passenden Schlagzeugeinlagen trieb schon so manchem Hörer Tränen in die Augen, so auch Bandkollege Paul Arthurs.
Dass der Name des Künstlers neben sanften Gefühlen, die noch vorsichtiger widergegeben wurden, auch Phrasen wie etwa "people with a temper" verbindet, hängt mit der außerordentlich schwierigen Beziehung zu seinem kleinen Bruder Liam zusammen - die beiden haben sich Medien zufolge schon zig Male in die Haare bekommen. So auch während der Produktion dieses bestechend chicen Rock-Albums. Man muss sich vorstellen: selbst die Entscheidung, wer die Vocals vom Superhit Wonderwall bekommt, ließ die Gemüter hochheizen und nur Liams Interpretation schließlich, leistete genug Überzeugungsarbeit für Noel, dass dieser sich am Ende überreden ließ. Eine brüderliche Freundschaft auf Musikbasis also - das musste irgendwann böse enden.
All dieses Gequatsche und Gekämpfe findet sich beim Durchlaufen des Albums schnell in den Schatten gestellt. Die gemütlich-rockige Masche, die Oasis durchzieht, schafft genug Phantasieblase um eine gut gelaunte Gruppe, die einfach nur Spaß an ihrer Musik hat, vorstellbar zu machen.
Neben unterstützenden Kritiken wurden aber auch Stimmen laut, die in den musikalischen Werken von Oasis eine Prise zu viel Beatles bemerkten - Einfluss der natürlich von Anfang an auf der Hand lag. While my guitar gently weeps oder Lennons Song Imagine sind einigen Nummern angeblich erstaunlich ähnlich, sogar ein Stevie Wonder findet eine originaltreue Kopie im Song Step out, der schließlich vor Veröffentlichung des Albums entfernt wurde.
(What´s the Story) Morning Glory ? begleitet mich schon ein gutes Jahrzehnt, war quasi damals schon eine alte Schachtel. Der Berliner bzw. Nürnberger Radiosender Star FM spielte Don´t look back in anger neulich ein mal zu oft - nach all den Jahren, in denen ich den Song kennen und schätzen gelernt habe, musste das Album also her. Und ich bin tatsächlich höchst zufrieden mit dieser Entscheidung. Roll with it, Cast no shadow und auch Hello bieten so viel Power, dass man auf die am Album gut verteilten Verkaufshits fast vergisst. Selbst die unbetitelten Einblicke in Jam-Sessions der Band, Tracks die mehr wie ein Amazon-"Reinhören" wirken als sonst was, machen Spaß.
Und unterm Strich ist das Oasis´ Werk heutzutage ein Klassiker, der für den britischen Pop- und Alternative Rock eine ordentliche Basis schuf und wegweisend war für große Bands des neuen Jahrtausends, wie .. äh .. etwa diesen Herren hier.
Die eigentliche Entscheidung mir Noel Gallaghers Historie mal näher anzusehen, kam aber nach dem guten Auftritt seiner aktuellen Band Noel Gallagher´s High Flying Birds bei ProSiebens Schlag den Raab. Wenn man dem Mann zuhört, der die Karriere der Band im Jahr 2009 endgültig beendete, erkennt man schnell, dass er ein alleine auch ein Großer ist. Seine aggressive Attitüde, die zu den selbst geschriebenen Songs wirklich oft im Kontrast steht, macht alles für mich nur interessanter. Daher freue ich mich auf eine kommende gute Zeit mit der Vielzahl an Alben von Oasis.
Blur hatte nämlich letztens seine Chance, aber mehr als die klassischen Hammersingles, brachte mich einfach nicht zum Sabbern.
Nun, ich komme an meinen Brit-Rock. Dafür sorge ich schon.
StrawHat
(umgezogen)
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TRACKLIST & HIGHLIGHTS:
01 Hello
02 Roll with it
03 Wonderwall
04 Don´t look back in anger
05 Hey now!
06 -
07 Some might say
08 Cast no shadow
09 She´s electric
10 Morning Glory
11 -
12 Champagne Supernova
LINKS:
DON´T LOOK BACK IN ANGER MUSIC VIDEO: http://youtu.be/r8OipmKFDeM
Sonntag, 23. Oktober 2011
2.24 SONIC & KNUCKLES (SEGA MEGA-DRIVE)
Ja, recht offensichtlich was man so für Zaubertricks mit Mega-Drive-Cartridges vollführen kann, wenn man die des 1994 erschienen Spiels Sonic & Knuckles besitzt. Gar nicht zu übersehen, direkt aufs Cover haben sies draufgeklatscht.
Hat bei mir aber trotzdem einige Wochen gedauert, so verzückt war ich mit dem eigentlichen Bezwingen des Games, bis ich mich diesem Trick annäherte. Doch dazu nachher mehr ..
Der von mir lange als Sonic 4 gehandelte Teil (was neuerdings ja widerlegt wurde) lächelte mich in frühen Lebensjahren monatelang aus dem Regal heraus an, bis ich mich endlich traute meine Eltern zum Kauf aufzufordern. Das Emblem, das die Shapes von Sonic und Knuckles (duh) zeigt, ließ meinen Puls schneller schlagen, lange bevor ich um meine leicht hypebare Art bei direkten Fortsetzungsfolgen Bescheid wusste. Als ich endlich raffte, dass es wirklich direkt an Sonic 3 anknüpfte, war der Grund es wieder und wieder und wieder zu spielen, für mich also umso größer. (Direkte Überleitung ist nach Sonic 2 zwar auch der Fall, aber bei dieser Fortsetzung war es für mich viel fassbarer und auch storytechnisch besser verbunden.)
.. nämlich weil Robotniks Death Egg nach dem verhinderten Start direkt in den Vulkan auf Knuckles´ Sanktuariuminsel Floating Island kracht und dort stecken bleibt, was den abgestürzten Ameisenigel natürlich erheblich in die Defensive treibt. Sonic tobt sich zudem weiterhin fröhlich aus, sammelt die größeren und stärkeren Chaos Emeralds erneut und verfolgt Eggmans Roboter bis ins Hauptquartier, wo natürlich der größte Showdown der Mega-Drive-Sonics stattfindet.
Oberflächlich unterscheidet sich das Spiel, da es separat entwickelt wurde, natürlich wenig bis gar nicht vom Vorgänger. Die neuen Zonen passen sich perfekt an in Sonic 3 erlebte Ereignisse an und sorgen da und dort für starke Challenges, in denen dem jungen Spieler schon mal die Finger glühen.
Erstmals ist auch Antagonist Knuckles spielbar, der eine kürzere, wenngleich nicht weniger schwierige Mission verfolgt - die Verteidigung seiner Heimat. Und zwar bis zur dramatischen Wendung, als Eggman revealed, dass Knuckles die ganze Zeit über nur seine Schachfigur war. (Wirklich mitreißendes Kino, damals nur durch Sprite-Animation ohne Text und allem - das muss man dem Spiel nach Jahren wirklich hoch anrechnen).
Die kombinierbaren Cartridges schalten Knuckles auch in Sonic 2 und Sonic 3 frei, wobei sich die storytechnischen Unterschiede nur in Letzterem verdeutlichen. Da der Character nämlich ein bisschen kleiner ist und nicht so hoch springen kann wie Sonic, ist die Abänderung der Zonenroute maßgeblich - man kann es also als vervollkommnendes Extra betrachten, dass das Spiel ein Stück weit in die Breite treibt und die Reihe noch bodenständiger macht.
Das Chaos Emeralds-abhängige Upgrade von Super Sonic bzw. Super Knuckles auf Hyper Sonic oder Hyper Knuckles ist für den Fan natürlich ein ebenso großes Thema - besonders, wenn der Fan zu jenen Tagen ein total begeistertes Kind war.
Das Upgrade ist schneller und bunter animiert, spielt sich noch ein bisschen verrückter als die eigentliche unbesiegbare Form.
Ob nun arabischer Sand-Flair, oder die musikalisch großartig begleitete Reise durch das Herz besagten Vulkans, Sonic & Knuckles ist und bleibt eines der Spiele für diese damals kurz marktführende Konsole, und ein weiterer wichtiger Grund warum man bei Sonic-Spielen heutzutage so viel zum Meckern findet. Dieser heilige Flair ging irgendwann verloren - auch für mich.
Auf dem Mega-Drive selbst folgten nur Spin-Offs mit miesen Verkaufszahlen, 3 Jahre später übernahm Nintendo mit dem N64 endgültig das Ruder - einer Konsole, der ich mich in den kommenden Monaten auf Strawpinion näher widmen und somit einen Blick auf alte Klassiker werfen werde, die mir für immer im Gedächtnis bleiben, auf die eine oder andere Weise vielleicht sogar so stark wie Sonic, mit dem es tief in den 90ern anfing.
An diesem Punkt schließe ich nun meine Review-Reihe über meine ersten Blockbuster. Eine Reihe, die sicher nicht unfortgesetzt bleibt - immerhin waren dies nicht meine einzigen durchgezockten Games mit dem blauen Igel. Freut euch also auf große Strawpinion-Highlights zu noch mehr Classics, der Fokus könnte aber eventuell stark in Richtung Mario schwanken. Haltet euch also bereit, denn nächsten Monat geht´s munter weiter.
StrawHat
(ist noch nie in einen Vulkan gekracht)
Donnerstag, 20. Oktober 2011
1.14 Arctic Monkeys
Break a mirror, role the dice,
run with sciccors through a chip pan fire fight,
go into business with a grizzly bear -
but just don´t sit down, ´cause I´ve moved your chair.*
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Im Juni diesen Jahres erkundigte ich mich bei zwei Freunden nach einer vierköpfigen Sheffielder Post Punk Revival-Truppe, die mir durch Zeitungsartikel erneut auffielen, obschon sie mir zuvor weder positiv, noch negativ, in Erinnerung geblieben waren:
"Sind die zu empfehlen? Ist der Sound eingängig? Wie ist das neue Album?"
Keine 24 Stunden später, konnte ich mich von dem musikalischen Internetphänomen der 2000er nurmehr zu den notwendigen Mahlzeiten und während der Arbeit trennen, da etwaige gesungene Gedichte - wie das über die Insaßen eines Riot Vans, oder die hoffnungsvolle Vermutung, dass ein bestimmtes Mädchen eine gute Figur auf dem Tanzboden machen würde - wie frischer Rockwind auf mich wirkte, der zu einem Sturm avancierte und meiner Begeisterung für Rockmusik ein ganzes Jahr nach meiner revolutionären Led Zeppelin-Entdeckung endlich ein neues Gesicht verlieh.
Diese Band nahmen die ersten anderthalb Quartale des Jahres 2011, das für mich bis dahin sehr im Zeichen des Electronic stand, und zündeten sich damit ein Lagerfeuer an.
Ein Lagerfeuer, das einen Waldbrand innerhalb meiner innersten musikalischen Vorlieben zur Folge hatte, und bis zu dem Zeitpunkt, in dem ich diese Zeilen schreibe, nicht einen Quadratmeter Brandfläche einbüßen musste.
Die vier Sheffielder Briten tragen den Namen Arctic Monkeys, und sie kamen um mein Herz zu stehlen.
1 - A Certain Romance
"Have you been drinking, son?
You don't look old enough to me."
"I'm sorry, officer. Is there a certain age you're supposed to be?
´Cause nobody told me."
And up rolls the riot van,
and these lads just wind the coppers up.
They ask why they don't catch proper crooks.
They get their address and their names took,
but they couldn't care less.**
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Tapes ihrer Auftritte wurden unter Fans in Lichtgeschwindigkeit weitergereicht und schon früh im Internet verbreitet bzw. via MySpace zugänglich gemacht. Lediglich drei Jahre trennten die vier Mitglieder der Band - Bassgitarrist Andy Nicholson, Gitarrist Jamie Cook, Drummer Matt Helders und Sänger, Gitarrist und Texter Alex Turner - von der Gründung der Formation, mit dem UK-weiten Durchbruch. Besonders die Fachmänner des britischen Magazins NME fanden großen Gefallen am Style der damals 19- bzw. 20-jährigen - ein großer Rückhalt, der sich nach vier erfolgreichen Alben bei weitem nicht ins Negative kehrte. Als der große Aufstieg rund um das, aus ihren Demos bestehenden, Debutalbum Whatever people say I am, that´s what I´m not für den bis dahin überzeugenden Mann am Bass schließlich zu viel wird, nimmt Kollege Nick O´Malley dessen Position ein und leistes ab dem zweiten Studioalbum ebenso großartige Arbeit.
Schon in der ersten Zusammenstellung ihrer Tracks, die von den Singles I bet you look good on the dancefloor und When the sun goes down angeführt wurde, beweist die Band unglaublich viel Reichweite in ihrer Kunst. Die bestechliche Offenheit des Genre Indie schenkt genau so weit Zuckerbrot, dass man von der ungezügelten Härte, die ihre Aussagen begleitet, überrascht und weggefegt wird. Und sollte es nach 3 1/2 Minuten nicht genug Rock in einem Song sein, geben sie sich 2-3 Sekunden Pause um sich ihre Stirn trocken zu wischen, und den Track hinterher gelassen in Grund und Boden zu spielen, um in diesem Zuge Meilensteine zu setzen.
Turners Fähigkeiten als Songtexter, die sich später auch in Zusammenarbeit mit Liveband-Unterstützung Miles Kane im großartigen Nebenprojekt The Last Shadow Puppets äußern werden würden, hauen von Sekunde 0 an hin und lassen kein Fleckchen Schwäche aufblitzen.
Nein, Schwächen zeigt kein Baustein der Arctic Monkeys. Vorallem in den ersten beiden Alben wird man gnadenlos mit den Ergebnissen großen Talents, gemischt mit viel Übung, beschenkt. Favourite Worst Nightmare, das 2007 auf den Markt kam, setzt in puncto Rockausdauer zudem dort an, wo der Vorgänger aufhörte. Post Punk Revival also, ein Begriff den man auch erst verstehen lernen muss, der den Scheinwerfer auf die vielseite Musikfabrik Großbritannien wirft und die Frage offen lässt, wie die mittlerweile international erfolgreichen Arctic Monkeys Superhits wie Fluorescent Adolescent, Brianstorm und Teddy Picker (einer meiner großen Lieblinge) noch toppen wollen.
Die Antwort ist gleichzeitig ein atemberaubender Stilwechsel.
2 - Cornerstone
Stop and wait a sec,
oh when you look at me like that, my darling -
what did you expect?
I probably still adore you,
with your hands around my neck.
Or I did last time I checked.***
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Niemand Geringeres als Josh Homme, der mit Kyuss und den Queens of the Stone Age seine Position als Rockmusiker in dieser Welt schon ab den 90ern erfolgreich festigen konnte, nimmt sich 2008 der Band an und schlüpft in die mit James Ford, der etwaigen britischen Stars Rückendeckung gibt, geteilte Rolle des Producers, schraubte also direkt am Style der Gruppe und des kommenden Albums mit.
Auf eine Frage, die ihm in einem amerikanischen Radio-Interview gestellt wurde, ob er den Jungs ihre britische Sheffield-Attitüde erfolgreich austreiben konnte, begegnete er mit unpatriotischer Reinheit guter Erinnerungen: "Oh man, it was great. We spent most of the time in Joshua Tree and it was really cool to be present and watch them go nuts."
Das Ergebnis dieses Aufenthalts im heißen Kalifornien, war das herausfordernde Album Humbug, mit dem sich die Arctic Monkeys einer stilistischen Veränderung stellten, die ihren Sound viel langsamer und düster machte. Wenn man auf die Musikvideos der Gruppe zu sprechen kommt - zu denen richtig Starke zählen - sind es auch die damit unterstrichenen Singles My Propeller und Crying Lightning, die sich dieser neuen, bewölkten, Seite der Rocker anschließen.
Tracks wie Dance Little Liar bestechen durch musikalische Genialität, sodass man ihnen diesen Wandel nicht übel nehmen konnte. Eindeutig, ihre frische Indierock-Basis haben sie seit diesem Zeitpunkt vermissen lassen, und mit der 2011 erschienen (und größtenteils nur gelobten) Scheibe Suck it and see gingen sie für mich einen weiteren klaren Schritt zur Seite, wenn schon nicht zurück, aber Alex Turner scheint einem unermüdlichen Wasserfall zu erliegen, der artistisch aus ihm heraussprudelt, seine drei Kumpelz werden nicht minder immer beherrschter im Spielen ihrer Instrumente. Was für eine musikalische Zukunft erwartet sie also?
3 - If you were there, beware
With folded arms you occupy the bench like toothache.
Saw them, puff your chest out like you never lost a war.
And though I try so not to suffer the indignity of a reaction,
there was no cracks to grasp or gaps to claw.****
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Ich weiß mit Gewissheit, dass ich diese Gruppe mehr als im Auge behalten werde. Noch nie zuvor habe ich mir die Alben nach ersten Proben im Internet so schnell zugelegt, lange ist es mir nicht mehr widerfahren, so auf eine Band wie die Arctic Monkeys oder die Werke eines Musikers wie Turner einzustürzen ohne eine Chance entstehen zu lassen, davon los zu kommen. Auch wenn der Vergleich mit vielen Bands des Genres heutzutage noch schneller entsteht und man, wie dieser schöne Beweis zeigt, über die unentdeckten Größen verschiedenster englischer Gemeinden und was für Meisterwerke diese bereits komponiert haben könnten, jedoch versteckt halten, einen natürlich viel zu unklaren Überblick hat, muss man ihnen ihren Status und die Rechtfertigung ihres neues Styles gönnen - selbst wenn es neuerdings etwas in die Richtung Pop-Rock geht.
Es wäre aber auch nur einen Bruchteil so spannend, wenn jeder zweite Spieler einer E-Gitarre gleich zum Rockstar aufsteigt, ohne all diese Perioden durchleben zu können.
Die vier Affen scheinen viel Spaß mit ihren Produktionen zu haben, live wirken sie ebenso wie eine Wucht. Die DVD At the Apollo zeigt einen etwas dumpfen, wenn auch schlagfertig editierten Mitschnitt ihrer Fähigkeiten. Die Art wie sie on stage Blicke tauschen, ihre Gags am Laufen halten und sich über das Publikum amüsieren, hat mir endgültig mein Herz gestohlen. Ich hoffe im kommenden Jahr auf eine Möglichkeit sie zu sehen, ohne mich Festival-Publikum anschließen zu müssen, wie es Ende August in München der Fall hätte sein können.
Andererseits will ich ihnen nicht die Chance nehmen ins Studio zurückzukehren um sich neuen Herausforderungen zu stellen, denn sie wirken als hätten sie auf die eine oder andere Weise noch viel zu sagen.
Please listen to this band. It´s worth your time.
Denn, um auf meine anfängliche Neugier zurück zu kommen, sie sind durch ihren eingängigen Sound zu empfehlen, auch wenn sie sich auf dem neuesten Album nicht gerecht werden.
StrawHat
(würde niemals eine Band aufgrund ihrer ansteigenden Popularität verlassen)
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STRAWPINIONS:
KATEGORIE KEIN ´DRUM RUM:
Absolute (unbekanntere) Anspieltipps: Riot Van**, Mardy Bum, From the Ritz to the Rubble, Balaclava, Do me a Favor, If you were there, beware, 505***, Dance Little Liar, Pretty Visitors, Black Treacle, Library Pictures
Absolute (bekanntere) Anspieltipps: The View from the Afternoon, I bet you look good on the dancefloor, When the sun goes down, Brianstorm, Teddy Picker, Fluorescent Adolescent, My Propeller, Crying Lightning****, Cornerstone, The Hellcat Spangled Shalalala, Don´t sit down ´cause I´ve moved your chair*, Suck it and see
LINKS:
CRYING LIGHTNING MUSIC VIDEO: http://youtu.be/J_G9RRY7SS0
WIKIPEDIA: http://en.wikipedia.org/wiki/Arctic_Monkeys
Sonntag, 16. Oktober 2011
2.23 MOTORSTORM: APOCALYPSE (PS3)
Wenn es draußen kalt wird und der Herbst seine Motoren startet, die Tage abkühlen, die kühlen Nächte nach Heizungen verlangen, das gefallene Laub entweder schön crunshed oder durch Schlamm und Regen zum klebrigen Schabernack mutiert, ist es heutzutage der richtige Stimmungsaufheller, sich vor den Fernseher zu kuscheln und ein Ehrgeiz-antreibendes Rennspiel zu spielen, bei dem es trotz schräger Umweltlage heiß her geht - heiß genug um einen die Situation vor der Tür für 1-2 Stunden am Tag vergessen zu lassen.
MotorStorm war immer schon so ein Racer. Und nach mittlerweile zwei Teilen auf der PS3 (die bereits reviewten MotorStorm und MotorStorm: Pacific Rift), sowie dem kleinen Platzhalter auf der PSP, den ich leider noch nicht anspielen - oder besser gesagt totzocken - konnte, besitzt die knallig-farbenfrohe Reihe einen Genreruf, von dem man behaupten kann, er habe ihm nicht geschadet.
Mit MotorStorm: Apocalypse, das hierzulande schon im Frühjahr erschien, ging das Franchise in eine neue Richtung, bei dem so manches Goodie umgeworfen und viel Spielspaß angefügt wurde.
Da wäre zunächst einmal zu bemerken, dass endlich eine Story auf dem Speiseplan steht. Eine etwas schwammige, aus einem Motion Comic bestehende Geschicht, die so manches Detail aus den alten Spielen miteinbringt und die stets gefährlichen Fahrer, die, die verangenen MotorStorm-Ereignisse überlebten, mit ein bisschen Hintergrund versorgen.
Die Organisatoren, allen voran Veteran Big Dog, zieht es mitsamt ihres gekaperten Frachters in eine von Katastrophen heimgesuchte und leergefegte Stadt namens The City (ähnlich inkognito wie es zuvor in Pacific Rift The Island war), die den Metropolen an der amerikanischen Westküste nachempfunden wurde. Erdbeben, Überschwemmungen und Wirbelstürme sorgen für einstürzende Wolkenkratzer und unbewohnbare Vororte, sowie zerfallende Rennstrecken. Kurz und gut: Ein nicht enden wollendes Chaos, das den Adrenalinjunkies in ihrem zwei Tage andauerndem Fest gerade recht kommt.
Während die Geschehnisse aus dem Ruder laufen und ein wichtiges Mitglied ihrer Truppe durch das Einwirken eines Rivalen ums Leben kommt, was ab und an ja bereits vorkam, erklären die verbliebenen obdachlosen Banden und Bewohner der Stadt den gut gelaunten Rennrowdies den Krieg, schrecken vor Gewalt und Anschlägen nicht zurück.
Mitten drin seid ihr in einem aus 40 Strecken bestehenden Repertoire, das man Schlag auf Schlag vorgesetzt bekommt. Die zwei Tage Festival erlebt ihr aus den drei Perspektiven eines Neulings, eines renommierten Fahrers, und dem Anführer Big Dog selbst, der euch stets mit zwielichtigen Tipps und Lebensweisheiten zuleiert und für sich in der gesamten Story bis zum Ende eine große Rolle beansprucht.
Die Geschichte selbst ist nach den äußerst flachen Vorgängern eine natürlich gern gesehene Erweiterung, allerdings zahlt ihr auch den Preis dafür: Ihr seid an den Character und dessen Fahrzeugwahl gebunden, könnt nicht nach Belieben loslegen und den Titel des Champs durch eigene taktische Wahl erreichen. Zudem ist eben diese Geschichte relativ undurchdacht, offensichtlich und sorgt mit den üblichen großbrüstigen Weibern, somit einhergehenden großkotzigen Machos für keine einzige Überraschung.
Und hier wurden Möglichkeiten verbraten, denn es finden sich interessante Leute en masse, die einfach links liegen gelassen werden, da sie schlicht keinen Platz finden.
Man kann also gerade mal zusehen, wie ein popliger Geschichtenversuch mit unbemühten Effekten an einem vorbei zieht und muss dafür sorgen, dass man sich für die nächsten Rennen qualifiziert und die Collectibles einsammelt, die auf der Strecke herum liegen, um an seinen Spielspaß zu kommen.
Ein großes Plus erntet die Umsetzung der zusammenbrechenden urbanen Gegend, denn die Entwickler haben sich an jeder Ecke tatsächlich mehr als bloß ein paar Explosionen einfallen lassen, um euren Boost-Finger glühen zu lassen. Leuchttürme, deren Einsturz neue Streckenteile offenbaren und auf der Strecke herunter kommende Linienflugzeuge sehen super aus und katapultieren euch in eine Welt, in der man nur Gas geben kann um das Beste daraus zu machen. Was will man in einem Action-Racer mehr?
Natürlich waren die im Spiel versteckten Sammelkarten eine weitere gern gesehene Challenge für mich. Und unterm Strich wirklich die investierte Hobbyzeit wert, selbst wenn sich tatsächlich ein paar Collectibles glitchten und bei mir für pure Verwirrung sorgten.
Bessere Programmierung im Streckenverlauf wäre vor dem Release echt vorzuschlagen gewesen - so genau schaut immerhin jeder hin.
Positiv aber ist die Musik, denn war sie in den anderen Spielen ein grobes hässliches Metalmischmasch, so zeigt sich dieser Soundtrack elektronisch und überzeugend anhörbar, wenn auch nichts für oben beschriebene ruhige Tage. Definitiv was zum Aufdrehen der Anlage auf Parties, mit Mitspielern.
Irgendwie fühlt sich Apocalypse also als klarer Fortschritt an, in den gute Seiten von ähnlichen Titeln wie BurnOut eingebunden wurden, doch grundlegende Spieleinstellungen wurden leider einfach zu knallhart umgeschrieben. Dass sich das Fahrzeughandling in einer Serie so verändern kann, hätte ich dieser Tage nicht gedacht. Beim wesentlich größeren Fuhrpark - Supercars, Choppers, Hot Hatches, Muscle Cars und Superbikes sind erstmals mit von der Partie - ist die eingeschränkte Fahrzeugwahl im Storymodus doppelt schade.
Obendrein wurde negativ am Schwierigkeitsgrad geschraubt, denn die echte Härte beginnt erst ab der Hälfte des Spiels - richtige Bretter, wie im Review zum ersten Teil beschrieben, bleiben bis auf 2-3 Rennen auf der Strecke.
Man kann also von einem hübschen Zwischenstopp im MotorStorm-Franchise ausgehen, der von Rennspielfans natürlich wieder gespielt werden sollte und eine erregende Abwechslung zu Need for Speed & Co. anbietet. Die Reihe hat seinen Höhepunkt aber noch lange nicht erreicht, es ist in jedem Fall noch massig Luft nach oben, denn zu viele Aspekte - Story voran - sind klar zu unterentwickelt und schlecht genutzt worden.
Maximal ein Schritt in die richtige Richtung - das hat es vielen anderen Titeln zumindest voraus.
StrawHat
(The Hat)
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LINKS:
E3 2010 TRAILER: http://youtu.be/G8LUM0Vi4zI
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